Top Charts

Corona-Virus Update 17. Februar 2021

In Tschechien gelingt es weiterhin nicht, die Ausbreitung des Coronavirus nachhaltig zu bremsen. In Deutschland versucht die Politik, mit kostenlosen Schnelltests für alle Bürger den schleppenden Impfprozess zu kompensieren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Großbritannien ist der 7-Tage Durchschnitt bei den Neuinfektionen auf unter 19 je 100.000 Einwohner gefallen (Grafik 1). Einen so niedrigen Wert gab es zuletzt Anfang Oktober. Auch in den britischen Krankenhäusern hat sich die Situation merklich entspannt. Aktuell werden dort noch rund 21.000 Corona-Patienten behandelt. Im Hochpunkt Mitte Januar waren es fast doppelt so viele. Auch in den USA zeigt die Infektionskurve weiter nach unten.
  • In Israel, wo inzwischen fast die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft ist, werden seit einer Woche deutlich weniger Neuinfektionen registriert. Der 7-Tage Durchschnitt fiel von 77 auf 58.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU liegt der Schwerpunkt der Pandemie derzeit in Tschechien. Im Gegensatz zu Portugal und Spanien ist es dort noch immer nicht gelungen, die Ausbreitung des Virus nachhaltig zu bremsen. Im Durchschnitt der vergangenen sieben Tagen wurden noch immer mehr als 73 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 2). Wenig verändert ist die Situation in Frankreich und Italien, wo die Zahl der Neuinfektionen im Trend stagniert.
  • In Deutschland wurden gestern 7.556 Neuinfektionen gemeldet, gut 500 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Der 7-Tage Durchschnitt liegt mit 8,7 je 100.000 Einwohner wieder auf dem Niveau von Mitte Oktober.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In den deutschen Krankenhäusern müssen immer weniger Corona-Patienten intensiv-medizinisch behandelt werden. Gestern waren es noch 3.352, rund 500 weniger als vor einer Woche (Grafik 3).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Impfungen

  • In Deutschland will Gesundheitsminister Spahn ab März allen Bürgern Schnelltests ermöglichen. “Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können”, kündigte der Minister am Dienstag an. Dafür kämen Testzentren, Apotheken oder Praxen in Frage. Auch den Weg für einen breiten Einsatz von Selbsttests für Laien will der Minister ebnen.
  • Die Ankündigung dürfte eine Reaktion auf den immer noch stockenden Impfprozess in Deutschland sein. Bislang wurden gerade einmal gut 3% der Bevölkerung mindestens einmal geimpft (Grafik 4). Zum Vergleich, in den USA liegt die Quote bei 11,5%, in Großbritannien sogar bei 22,5%.
  • Die US-Regierung will die Versorgung der Bundesstaaten mit Impfdosen auf 13,5 Millionen pro Woche erhöhen, hinzu kommen 2 Millionen Dosen für die Apotheken. Damit könnten rechnerisch pro Tag über 2 Millionen Impfungen verabreicht werden. Damit würde sich das Impftempo von zuletzt rund 1,5 Millionen Dosen pro Tag weiter erhöhen. Die Behinderungen aufgrund teilweise extrem winterlicher Verhältnisse sorgen allerdings zurzeit für gewisse Verzögerungen der Impfkampagne.
  • Der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson (J&J) hat die europäische Zulassung für seinen Corona-Impfstoff beantragt. Dies teilte die EU-Arzneimittelbehörde EMA gestern mit. Sie will den Impfstoff bis Mitte März begutachten. Neben Präparaten von BioNtech, Moderna und Astra-Zeneca wäre dies der vierte zugelassene Impfstoff. Die EU hat von J&J Impfdosten für 200 Millionen Bürger bestellt. Bei dem J&J-Impfstoff genügt voraussichtlich eine Impfung, wohingegen bei den anderen jeweils zwei Impfungen für eine Immunisierung notwendig sind.

Wirtschaft

  • Heute werden Daten zum US-Einzelhandelsumsatz im Januar veröffentlicht. Wir erwarten hier einen kräftigen Anstieg um 2% gegenüber dem Vormonat. Die Amerikaner konnten dabei auf die Schecks in Höhe von 600 Dollar pro Person zurückgreifen, welche im Rahmen des letzten Corona-Hilfspakets verteilt wurden.
  • Die US-Regierung will das Programm zur Entlastung von Hypothekenkreditnehmern um drei Monate bis Ende Juni verlängern. Zwangsversteigerungen sollen so lange verhindert werden, und es gibt ein Moratorium für fällige Zahlungen. Zurzeit sind etwa 10 Millionen Hausbesitzer mit ihren Kreditraten im Rückstand.
  • In Deutschland hat Kanzlerin Merkel beim letzten Corona-Gipfeltreffen als neue Zielmarke eine Inzidenz von 35 ausgegeben. Sinkt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen stabil unter 35, können die staatlichen Einschränkungen schrittweise gelockert werden. Gestern lag die 7-Tage Inzidenz bei 57. Zwischenzeitlich stellen einige Bundesländer diese strikte Vorgabe in Frage. Beispielsweise arbeitet Sachsen-Anhalt an einem Plan, der nicht nur Inzidenzwerte berücksichtigt, sondern auch andere Parameter wie die Auslastung der Kliniken und die Intensivkapazitäten miteinbezieht. Auch andere Länderchefs plädieren für ein breiteres Spektrum an Maßstäben.
  • Eine Alternative zur sogenannten “No-Covid”-Strategie ist, eine gewisse Sterblichkeit hinzunehmen. Das ist die Position des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Das IW plädiert dafür, trotz Corona-Risiko schrittweise zur Normalität zurückzukehren. Laut IW-Chef Hüther werde die vollständige Eliminierung des Virus in unserer offenen Gesellschaft nicht gelingen. Man müsse ein gewisses Gesundheits- und auch Sterblichkeitsrisiko hinnehmen, um dauerhaft zur Normalität zurückzukehren. Das IW spricht sich dafür aus, stärker abzuwägen zwischen gesundheitlichem Risiko und den gesellschaftlichen Beeinträchtigungen. So stehen die Kosten der Virusverbreitung (Gesundheitsschäden, Behandlungskosten und krankheitsbedingte wirtschaftliche Folgekosten) den Kosten der Anti-Corona-Maßnahmen gegenüber (verpasste Bildungschancen, psychische Belastungen, Kosten von Betriebsschließungen und Freiheitsbeschränkungen).
  • Während in China der Konsum und die Reisetätigkeit während des chinesischen Neujahrs stark vermindert waren, erreichten die Einnahmen an den Kinokassen während der einwöchigen Feiertage Rekordhöhen, da viele Menschen in den Städten bleiben mussten.

Rohstoff-Ausblick 2021: Das sind die Aussichten für Gold, Öl und Co.

Trotz der Corona-Krise konnten die meisten Rohstoffpreise 2020 deutlich zulegen. Wie wird es im neuen Jahr weitergehen? Erfahren Sie hier, welche Rohstoffe neue Rekordhochs erreichen könnten und wer es 2021 schwer haben wird. Jetzt lesen!