Top Charts

Corona-Virus Update 16. November 2020

In den USA spitzt sich die Lage weiter zu. In der EU scheint dagegen die zweite Infektionswelle gebrochen zu sein. Auch in Deutschland wurden über das Wochenende weniger Neuinfektionen gemeldet. Dessen ungeachtet will die Bundesregierung die Kontaktbeschränkungen weiter verschärfen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA steigt die Infektionskurve weiterhin steil nach oben. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden mehr als 45 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet, so viele wie noch nie (Grafik 1). In Brasilien ist die Infektionsrate über das Wochenende wieder deutlich gestiegen. In Indien verharrt sie dagegen weiter auf niedrigem Niveau.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU scheint die zweite Infektionswelle gebrochen zu sein. In den Niederlanden und in Frankreich ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen merklich gesunken, und auch in Spanien zeigt der Trend nach unten (Grafik 2). In Italien und Deutschland ist die Infektionsrate gestern erstmals wieder leicht gefallen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern um 60 auf 3385 gestiegen (Grafik 3). Das Tempo des Anstiegs hat sich damit weiter verlangsamt.

Wirtschaft

In Deutschland will Kanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über eine Verschärfung der Corona-Regeln reden. Konkret fordert der Bund, dass auf private Feiern bis Weihnachten ganz verzichtet werden soll. Privat sollen sich nur noch zwei Haushalte treffen dürfen. In der Öffentlichkeit ist der Aufenthalt nur noch mit Angehörigen des eigenen und höchstens zwei Personen eines weiteren Hausstandes gestattet. Schulen sollen geöffnet bleiben, dafür soll für Schüler und Lehrer eine permanente Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes gelten.

In China stieg die Industrieproduktion im Oktober um 6,9% gegenüber dem Vorjahr. Damit hat die Industrie die Erholung nach dem Corona-bedingten Einbruch abgeschlossen. So hat die Produktion im Mai bereits das Vorkrisenniveau erreicht. Mittlerweile befindet sich sie wieder auf dem Vorkrisen-Wachstumstrend. Gestützt wird der Industriesektor derzeit von den Exporten. Westliche Nationen sorgen wegen der zweiten Infektionswelle vor, so dass die Nachfrage insbesondere nach medizinischen Produkten und Instrumenten hoch ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Deutschland hat sich die Automobilindustrie im Oktober weiter von dem Einbruch im Frühjahr erholt. Saisonbereinigt liefen nach Angaben des Automobilverbandes (und auf Basis unserer Saisonbereinigung) fast 9% mehr Autos vom Band als im September. Dies spricht dafür, dass die Industrie gut ins vierte Quartal gestartet ist und somit ein Gegengewicht zu den wohl wieder schwächeren Dienstleistungen bildet. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Autoproduktion ist für die kommenden Monate allerdings nicht zu erwarten. Denn die Produktion liegt inzwischen wieder auf ihrem Vorkrisentrend, der seit Anfang 2018 nach unten zeigt (Grafik 4).

Die Zahl der Neuzulassungen hat sich im vergleich zum September, kaum verändert. Damit liegt sie saisonbereinigt weiterhin knapp 15% unter ihrem Vorkrisenniveau.

In China sind die Pkw-Verkäufe im Oktober nach vorläufigen Schätzungen des Automobilverbandes CPCA im Jahresvergleich um rund 10% gestiegen. Bereits im September hatten die Verkäufe um 10% zugelegt. In diesem Zusammenhang hielt der chinesische Präsident Xi Jinping bei der Eröffnungszeremonie der dritten China International Import Expo eine Rede, in der er erklärte, das Ziel sei es, den chinesischen Markt in einen Markt für die Welt zu verwandeln, in einen Markt, der von allen geteilt wird, und in einen Markt, der für alle zugänglich ist. Diese Äußerungen sollen offenbar die Bedenken zerstreuen, dass sich China im Rahmen der neuen Strategie der “Zwei Kreisläufe” von der Weltwirtschaft abkoppelt.

In Italien gelten seit heute landesweit verschärfte Corona-Regeln, unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre. Die Bürger dürfen zwischen 22:00 und 5:00 Uhr ihre Wohnungen nur aus gesundheitlichen Gründen verlassen, oder um zu arbeiten. Für Schüler ab der 7. Klasse gibt es Online-Unterricht. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur bis zu 50% ihrer Kapazität Passagiere befördern. Darüber hinaus werden landesweit Museen, Wettbüros und Einkaufshallen an Wochenenden geschlossen. Kinos, Theater, Fitnessstudios und Schwimmbäder wurden bereits in einer vorherigen Maßnahme geschlossen. Die neuen Regeln differenzieren zudem Maßnahmen für Regionen mit unterschiedlichen Infektionsraten. In den “roten Zonen” werden nicht-essenzielle Geschäfte und Märkte geschlossen, Reisen in und aus diesen Regionen werden untersagt, selbst Reisen innerhalb einer “roten Zone” sind nicht erlaubt. In “orangen Zonen” bleiben die Geschäfte offen, aber Bars und Restaurants werden geschlossen. Innerhalb einer “orangen Zone” sind Reisen, beispielsweise zwischen Städten, erlaubt.