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Corona-Virus Update 15. Januar 2021

In der EU breitet sich die erstmals in Großbritannien nachgewiesene Mutation des Corona-Virus immer stärker aus. Erste Länder haben bereits ihre Corona-Beschränkungen weiter verschärft. In Deutschland wird darüber wohl nächste Woche entschieden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • Aus Angst vor einer schnellen Ausbreitung der britischen Virus-Mutation verschärft Frankreich seine Corona-Beschränkungen. Ab morgen tritt eine landesweite nächtliche Ausgangssperre ab 18 Uhr in Kraft. Die Maßnahme soll zunächst für 15 Tage gelten. Portugal geht ab heute in einen landesweiten Lockdown. In Deutschland soll nach dem Willen von Bundeskanzlerin Merkel, das für den 25. Januar angesetzte nächste Treffen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer auf die kommende Woche vorgezogen werden. Es ist zu erwarten, dass weitere Maßnahmen beschlossen werden, um die Kontakte noch stärker zu reduzieren.
  • Mit den aktuellen Maßnahmen gelingt es offensichtlich nicht, die Neuinfektionen auf das angestrebte Niveau zu senken. In Frankreich verharrte der 7-Tage Durchschnitt bei den Neuinfektionen je 100.000 Einwohner bei 26, in Italien liegt der Wert bei 29 (Grafik 1).
  • In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig. Gestern wurden 22.368 Neuinfektionen gemeldet, 9421 weniger als am Donnerstag. Der 7-Tage Durchschnitt sank auf 23.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Auch die Zahl der in den deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten sinkt weiter leicht. Gestern lag sie bei 5.125 (Grafik 4). Gegenüber Donnerstag vor einer Woche bedeutet dies ein Rückgang um knapp 7%.

Wirtschaft

  • In Deutschland will die Unionsfraktion bei einer Verschärfung der Corona-Pandemie strengere Vorgaben für Unternehmen zu mehr Homeoffice machen. Laut einem Stufenplan soll je Unternehmen nur noch ein Viertel der Beschäftigten in Büros gehen dürfen. In Betrieben wie in der Industrie, in denen Homeoffice nicht möglich sei, soll es einen gestaffelten Schichtbetrieb geben. Zunächst soll dies ein Appell an die Firmen sein. Die Grünen wollen hingegen Arbeitgeber verpflichten, Homeoffice zu erlauben. Dafür solle eine befristete Corona-Arbeitsschutzverordnung erlassen werden.
  • Der künftige US-Präsident Biden hat gestern die Umrisse eines weiteren Corona-Hilfspakets vorgestellt. Er plant zusätzliche Ausgaben von 1900 Mrd Dollar (etwa 9% des BIP). Der Kongress soll einen Teil dieses Pakets (den “American Rescue Plan”) möglichst schnell beschließen. Dieser umfasst eine Aufstockung der Einmalzahlung an jeden Amerikaner von 600 Dollar auf 2000 Dollar sowie erhöhte Arbeitslosenzahlungen. Zusätzliche Mittel sind für eine Beschleunigung der Impfungen und für Zuschüsse an die Bundesstaaten und Kommunen vorgesehen. Der zweite Teil des Programms, der vor allem Investitionen und Ausgaben für saubere Energien umfasst und damit nicht direkt mit der Bekämpfung der Pandemie zu tun hat, soll dann später verabschiedet werden.
  • Biden will, dass in seinen ersten 100 Amtstagen 100 Millionen Impfungen verabreicht werden. Das Impfprogramm müsste dazu deutlich beschleunigt werden. Bisher wurden 11 Millionen Impfdosen verabreicht (dies entspricht knapp 34 pro 1000 Einwohner).
  • Chinas Immobilienpreise stiegen im letzten Monat Dezember um etwa 0,1% gegenüber dem Vormonat, was einen allgemeinen Abschwächungstrend für das gesamte Jahr 2020 verdeutlicht. Die Regierung hat seit der zweiten Jahreshälfte 2020 den Ton bei der Finanzierung von Immobilien deutlich verschärft, um mehr Kredite an das verarbeitende Gewerbe und den Privatsektor zu vergeben, was die Stimmung hinsichtlich der mittelfristigen Aussichten für den Immobilienmarkt etwas verschlechtert hat.
  • In einem Arbeitspapier der PBoC heißt es, dass China das M2-Wachstum und das Wachstum der Gesamtfinanzierung in einem ähnlichen Tempo wie das nominale BIP-Wachstum beibehalten muss, um einen schnellen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Verschuldungsquote zu verhindern. Im Jahr 2020 lag das Wachstum der Gesamtfinanzierung in China bei etwa 13%, was viel höher ist als das nominale BIP-Wachstum, das im unteren einstelligen Bereich liegen würde. Daher ist die Schuldenquote seit der Pandemie stark angestiegen. Peking möchte die Gesamtverschuldungsquote eindämmen, um die Finanzstabilität zu gewährleisten.

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