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Corona-Virus Update 14. Oktober 2020 – Fokus China

Heute analysieren wir in unserem Corona Recovery Update den Stand der wirtschaftlichen Erholung in China. Die Erholung steht binnenwirtschaftlich mittlerweile auf breiter Basis, und auch die Außenhandelsdaten deuten darauf hin, dass die globale Erholung allmählich voranschreitet, auch wenn einige westliche Länder derzeit von einer zweiten Infektionswelle getroffen werden. In Deutschland will das Wirtschaftsministerium die Corona-Überbrückungshilfen für Unternehmen, Freiberufler und Soloselbstständige bis Mitte nächsten Jahres verlängern.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

China: Erholung auf breiter Basis

Die Erholung der chinesischen Wirtschaft setzt sich nach wie vor fort, und erfreulicherweise gewinnt auch der Dienstleistungssektor an Schwung. Bislang gibt es kaum Anzeichen für ein Wiederaufleben des Virus, was ein gutes Vorzeichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist. Vor allem die Außenhandelszahlen Chinas deuten darauf hin, dass eine weltweite Erholung, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Gange ist.

  1. Dienstleistungssektor gewinnt an Zugkraft

Nach einer vollständigen Erholung im verarbeitenden Gewerbe gewinnt der Dienstleistungssektor an Schwung, was sich sowohl in den Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für offizielle als auch für private Dienstleistungen widerspiegelt (Grafik 1). Dank der wirksamen Eindämmung des Virus sind die chinesischen Verbraucher allmählich wieder zur Routine zurückgekehrt und konsumieren wieder mehr. In der vergangenen “goldenen Oktoberwoche” gab es 637 Millionen Inlandsreisen, was etwa 80% des Niveaus des vergangenen Jahres entspricht. Darüber hinaus waren die Einnahmen an den Kinokassen während der Feiertage die zweithöchsten in der Geschichte.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Autoverkäufe weiter auf Wachstumstrend

Die Verkäufe von Personenkraftwagen sind im gesamten dritten Quartal um rund 8% gestiegen und haben wesentlich zur Erholung der Inlandsnachfrage beigetragen (Grafik 2). In den ersten drei Quartalen verzeichneten die Verkäufe jedoch noch einen Rückgang von 12,5%, der im letzten Quartal 2020 voraussichtlich weiter kompensiert werden wird. Für das Gesamtjahr wird ein Rückgang der Autoverkäufe um etwa 5% bis 10% erwartet.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Außenhandel deutet auf eine globale Erholung

Chinas Handelszahlen haben in den vergangenen Monaten positiv überrascht. Im dritten Quartal erreichte das Handelsvolumen ein Rekordhoch.Bemerkenswert ist, dass Chinas September-Importzahlen im Jahresvergleich um mehr als 10% zunahmen (Grafik 3), wovon die Importe aus den USA um 24,7% stiegen. Die Lieferungen aus der EU legten um 11,1% zu. Die starken Handelszahlen lassen auch darauf schließen, dass sich die Weltwirtschaft allmählich erholt und sich die Lieferketten und Logistik normalisieren, auch wenn derzeit einige westliche Länder von einer erneuten Infektionswelle getroffen werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  1. Fortschritte bei Impfstoffen

Der Fortschritt bei den Impfstoffen ist sowohl für die wirtschaftliche als auch für die geopolitische Perspektive von Bedeutung. China ist der Impfstoffplattform Covax beigetreten, die sich für die faire Verteilung zukünftiger Impfstoffe einsetzt und der sich auch Deutschland angeschlossen hat. China verfügt über mindestens vier experimentelle Impfstoffe in der Endphase der klinischen Versuche.

Infektionsgeschehen

  • In den USA scheint sich eine dritte Corona-Welle aufzutürmen. Seit Mitte September weist der Trend bei den Neuinfektionen wieder nach oben. In den vergangenen sieben Tagen wurden im Durchschnitt 15 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 4). Positiver stellt sich das Bild in Brasilien und Indien dar, wo die Infektionsrate in der Tendenz nach unten weisen.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU konnte die zweite Infektionswelle bislang nicht gebrochen werden. Dies gilt auch für Spanien, wo die Infektionsrate seit Anfang Oktober wieder steigt (Grafik 5). Selbst in Deutschland und Italien hat das Infektionsgeschehen wieder spürbar zugenommen.
  • In Deutschland ist die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten gestern weiter auf 618 gestiegen. Damit hat sich die Zahl innerhalb von gut zwei Wochen verdoppelt.

Wirtschaft

Laut Presseberichten wil das Bundeswirtschaftsministerium die Corona-Überbrückungshilfen für von der Pandemie betroffene Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 verlängern. Bislang würden diese bis zum Jahresende auslaufen. Konkret werde im Ministerium an verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten sowie an Modernisierungs- und Zuschussprogramme für Renovierungen während der auftragslosen Zeit gedacht. Außerdem will das Ministerium KfW-Kredite etwa durch bessere Tilgungszuschüsse erleichtern. Für Freiberufler und Soloselbstständige sei ein Unternehmerlohn im Gespräch.