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Corona-Virus Update 13. August 2020 – Fokus USA

In den USA stagnieren die Neuinfektionen seit einigen Tagen auf einem hohen Niveau, der zuvor eingeschlagene Abwärtstrend scheint erst einmal zu Ende zu sein. Der Anstieg der Neuinfektionen seit Juni hat die wirtschaftliche Erholung verlangsamt, aber nicht gestoppt. In Deutschland steckt sich zurzeit ein Drittel der Neuinfizierten im Ausland an. In China wurden im Juli knapp 8% mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

USA: Mobilität nimmt nicht mehr zu

Wir haben für die USA mehrere Indikatoren ausgesucht, die quasi in Echtzeit einen Eindruck davon geben, wo die US-Wirtschaft steht.

1. Stahlproduktion (letzter Wert 8. August)

Nach dem scharfen Einbruch der Stahlproduktion Ende März um ein Drittel ist in den letzten Wochen eine stetige Aufwärtsentwicklung sichtbar. Diese erfolgt allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus und sehr langsam.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

2. Frachtverkehr (letzter Wert 8. August)

Die chemische Industrie ist für uns von Interesse, weil sie mit vielen anderen Branchen über Lieferbeziehungen verbunden ist. Beim Transport von Chemikalien per Bahn beobachten wir seit einigen Wochen eine Erholung. Die Zahl der Wagenladungen hat inzwischen 97% des in den letzten Jahren zu dieser Jahreszeit üblichen Niveaus erreicht.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

3. Hypothekenanträge (letzter Wert 7. August)

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im März/April haben die Anträge auf Hypothekenkredite für den Kauf einer Wohnimmobilie im Mai/Juni kräftig angezogen. Für den starken Anstieg dürften die rückläufigen Hypothekenzinsen verantwortlich sein. Seitdem nehmen die Anträge leicht ab, wie jahreszeitlich üblich. Es gehen aber weiterhin sogar Anträge ein als in den letzten Jahren in der entsprechenden Kalenderwoche.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

4. Reisende an Flughäfen (letzter Wert 10. August)

Der Gesamtdurchsatz von Reisenden an den Kontrollpunkten der Transportation Security Administration (TSA) lag in den letzten sieben Tagen bei durchschnittlich knapp 663 Tausend pro Tag und damit nahezu unverändert im Vergleich zum vorherigen 7-Tageszeitraum. Dem stehen Messwerte von 2-2,5 Millionen an einem typischen Tag im Jahr 2019 gegenüber. Der Flugreiseverkehr liegt gegenwärtig bei gut einem Viertel des Normalwerts.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

5. Kundenzahl im Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen (letzter Wert 7. August)

Der Einzelhandel (ohne Lebensmittel) und die Freizeiteinrichtungen haben sich gemessen an der von Google ermittelten Kundenzahl spürbar erholt. Verzeichneten die Geschäfte im April zeitweise 40% – 50% weniger Kunden als in normalen Zeiten, so wurde bis Mitte Juni zwei Drittel des Einbruchs wettgemacht. Dann kam der Aufwärtstrend allerdings zum Stillstand, weil die Infektionszahlen wieder stiegen und die Behörden deshalb die Lockerungen von Maßnahmen gegen die Pandemie teilweise wieder zurückgenommen haben.

Nach dem Einbruch im April hat die US-Wirtschaft im Mai und im Juni wieder deutlich zugelegt. In den letzten Wochen hat die Mobilität allerdings nicht mehr zugenommen. Hier wirkt sich wohl aus, dass in einigen Bundesstaaten vor allem im Süden und Westen die Infektionszahlen zwischenzeitlich wieder gestiegen sind. Entsprechend haben die Behörden dort manche Lockerung der Maßnahmen gegen die Pandemie wieder zurückgenommen. Zudem dürften sich auch viele Verbraucher inzwischen wieder von sich aus mit Aktivitäten zurückhalten.

Dies verlangsamt wohl nur die Erholung, stoppt sie aber nicht. Darauf deutet zumindest der Arbeitsmarktbericht vom letzten Freitag hin, der einen weiteren Stellenaufbau um 1,8 Mio im Juli belegte, was allerdings weniger war als im Mai und im Juni. Morgen werden die Daten zum Einzelhandelsumsatz und zur Industrieproduktion im Juli veröffentlicht. Sie dürften ebenfalls einen weiteren Anstieg, aber mit geringerem Tempo zeigen.

Weltweite Neuinfektionen

  • In den USA setzt sich der Abwärtstrend nicht fort; die Infektionsrate – die durchschnittlichen Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner – stagniert seit einigen Tagen bei etwa 16. In Brasilien gingen die täglichen Neuinfektionen dagegen zuletzt wieder leicht nach oben – in der letzten Woche infizierten sich hier durchschnittlich etwa 44.000 Menschen mit dem Virus. Auch in Indien breitet sich das Coronavirus weiter aus, während die Zahlen in Russland weiter rückläufig sind.
  • Spanien vermeldet weiter eine hohe Anzahl an täglichen Neuinfektionen. In den letzten 7 Tagen wurden hier im Durchschnitt etwa 3.400 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Die Infektionsrate – die durchschnittlichen Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner – war zuletzt rückläufig. Es bleibt aber abzuwarten, ob dies bereits die Wende ist.
  • Auch Frankreich und Deutschland melden weiterhin steigende Neuinfektionen. In Frankreich liegt die Infektionsrate nun bei 2,7, in Deutschland liegt sie aktuell wieder bei circa 1,2. Auch in Italien stiegen die Fallzahlen in den letzten Tagen wieder leicht an – insgesamt liegen sie jedoch weiter auf einem deutlich niedrigeren Niveau als andernorts. Dabei ist zu beachten, dass die gemeldeten Neuinfektionen das Infektionsgeschehen der letzten zwei Wochen darstellen und deswegen immer eine gewisse Verzögerung beinhalten.

Deutschland – Jeder dritte steckt sich im Ausland an

Laut Auswertungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist in einigen Ländern das Risiko für Urlauber deutlich höher, sich mit dem Virus anzustecken. Nach dem Lagebericht des RKI infiziert sich derzeit jeder Dritte (31%) im Ausland. Mitte Mai lag der Anteil der Reiserückkehrer an der Gesamtzahl der Neuinfektionen unter einem halben Prozent. Vor allem in den Balkan-Staaten sowie in der Türkei ist die Wahrscheinlichkeit deutlich größer als in anderen Ländern, sich mit dem Virus anzustecken.

China – gute Autoverkäufe im Juli

  • Die Pkw-Verkäufe in China legten im Juli um 7,7% im Jahresvergleich zu, so die Daten der CPCA. Von Autos mit Elektroantrieb wurden 28,3% mehr verkauft als vor einem Jahr. Im Juli erreichten deutsche Marken 27,3% des Marktanteils, etwas mehr als 25,1% für japanische Marken.
  • Im Juli stieg der Stromverbrauch im Jahresvergleich um 2,3%, gegenüber 6,1% im Juni. In der Industrie ging der Stromverbrauch im verarbeitenden Gewerbe um 0,7% zurück, während der Stromverbrauch im Dienstleistungssektor um 5,3% zunahm.