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Corona-Virus Update 12. Oktober 2020

In der EU droht die Pandemie außer Kontrolle zu geraten. Die Corona-Beschränkungen wurden weiter verschärft. Auch in den USA zeigt der Trend bei den Neuinfektionen wieder nach oben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA werden seit Mitte September in der Tendenz wieder deutlich mehr Neuinfektionen gemeldet. Die Infektionsrate – also die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im Durchschnitt der letzten sieben Tage – ist über das Wochenende wieder auf knapp 15 gestiegen (Grafik 1). In Brasilien ist die Infektionsrate dagegen weiter leicht fallenden. Gleiches gilt für Indien.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU steigen die Neuinfektionen weiter deutlich an. Viele Länder melden neue Höchststände. Die Hoffnung, dass in Frankreich der Scheitelpunkt der zweiten Infektionswelle überschritten ist, hat sich nicht erfüllt. Mit knapp 25 weist das Land inzwischen eine der höchsten Infektionsrate auf (Grafik 2). Nur in den Niederlanden und Tschechien ist sie noch höher.
  • Auch in Deutschland und Italien steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen wieder deutlich an. Ob es beiden Ländern gelingt, eine zweiten Infektionswelle zu verhindert, ist zweifelhaft.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern weiter auf 545 gestiegen. Sie hat sich damit innerhalb von drei Wochen verdoppelt.

Wirtschaft

  • In Deutschland wird darüber debattiert, ob die Anti-Corona-Maßnahmen parlamentarisch gestützt werden müssten. Nach Ansicht etlicher Rechtsprofessoren dürften die Regierungen von Bund und Ländern derartig einschneidende Einschränkungen nur erlassen, wenn der Bundestag das Infektionsschutzgesetz ändere. Der Staat dürfe die Rechte der Bürger nur auf einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage einschränken.
  • Am Mittwoch werden Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über die geltenden und weitere Corona-Einschränkungen beraten. Einige der jüngst erlassenen Maßnahmen wie innerdeutsche Beherbergungsverbote werden derzeit vielfach heftig kritisiert.
  • Die Gespräche über ein weiteres US-Konjunkturpaket gehen weiter. Am Freitag hat Finanzminister Mnuchin den Demokraten ein um 200 Mrd Dollar auf 1,8 Billionen Dollar aufgestocktes Paket vorgeschlagen. Präsident Trump ließ in einem Interview sogar anklingen, dass er ein noch wesentlich umfangreicheres Paket bevorzugen würde. Bisher hat es aber keinen Durchbruch gegeben.