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Corona-Virus Update 12. August 2020

Im Euroraum nehmen die Neuinfektionen weiter zu. In den USA gab es keine Bewegung bei den Gesprächen über ein Corona-Hilfspaket. Deutschland erweitert die Reisewarnung für einzelne spanische Regionen. In China verlangsamte sich im Juli das Kreditwachstum.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • In den USA ist die Infektionsrate – durchschnittliche Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen je 100.000 Einwohner – in den letzten Tagen nicht weiter gesunken und stagniert aktuell bei circa 16 (Grafik 1). Auch in Brasilien verharren die täglichen Neuinfektionen seit circa einer Woche auf einem Niveau. In Indien steigt die Zahl der Neuinfektionen pro Tag dagegen weiter und auch im Vereinigten Königreich war zuletzt ein Anstieg der Infektionsrate zu beobachten – insgesamt bewegen sich die täglichen Neuinfektionen hier aber noch auf einem niedrigen Level.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Im Euroraum nehmen die Neuinfektionen weiter zu (Grafik 2). In Frankreich sind die Fallzahlen bis zu letzt spürbar gestiegen. Hingegen ist die Zahl der Neuinfektionen in Spanien in den letzten Tagen konstant geblieben. Dies ist aber noch kein Signal, dass der Aufwärtstrend zu Ende ist. In Italien befindet sich die Infektionsrate noch auf einem niedrigeren Niveau, allerdings weist der Trend mittlerweile leicht nach oben. Auch dort ist die Urlaubssaison in vollem Gange und die Strände sind voller Menschen, auch wenn dort überall Hygiene- und Maskenvorschriften gelten.
  • In Deutschland ist die Zahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro Tag in den letzten Tagen nicht weiter gestiegen – sie verharrt bei etwa 1 je 100.000 Einwohner. Ein Ende des seit Mitte Juli bestehenden Aufwärtstrends muss dies allerdings noch nicht markieren, zumal noch immer Urlaubsreisende aus dem Ausland zurückkehren.

Deutschland erweitert Reisewarnung in spanische Regionen

Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für einzelne Regionen in Spanien ausgeweitet. Wegen der stark steigenden Infektionsrate warnt das Auswärtige Amt nun auch vor Reisen in die spanische Hauptstadt Madrid und in den spanischen Teil des Baskenlands. Bereits seit Ende Juli gilt eine Reisewarnung für Aragón, Kataloninen und Navarra. Die Urlaubsinsel Mallorca und die Kanaren sind weiterhin nicht betroffen.

USA – Keine Bewegung bei den Gesprächen über ein Hilfspaket

  • In Washington sind die politischen Gespräche über ein neues Corona-Hilfsprogramm weiter festgefahren. Derweil haben Vertreter der Notenbank erneut betont, dass ein weiterer finanzpolitischer Impuls entscheidend sei, damit die Erholung nicht abbreche.
  • Die Fed hat die Zinsen für ihre Municipal Liquidity Facility gesenkt, über die indirekt kurzfristige Kredite an Gemeinden und Bundesstaaten vergeben werden können.
  • In Texas erklärte Gouverneur Greg Abbott, Neuinfektionen und Krankenhausbelegung wären immer noch viel zu hoch, um eine rasche Lockerung von Beschränkungen für Unternehmen und anderen Einschränkungen zu rechtfertigen.
  • Während die Coronakrise anfänglich die Inflation eher dämpfte, stiegen die Preise zuletzt wieder stärker. Im Juli legten die Produzentenpreise um 0,6% gegenüber Juni zu, auch ohne Energie und Nahrungsmittel betrug der Anstieg noch 0,5%.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

China: Kreditwachstum verlangsamte sich im Juli

Die Kreditzahlen für Juli lagen deutlich unter den Markterwartungen. Insbesondere lagen die neuen Kredite sogar unter der Marke von 1 Mrd CNY, während Analysten mit etwa 1,2 Mrd CNY gerechnet hatten. Auch die Gesamtfinanzierung (Kredite, Schuldverschreibungen etc.) überraschte mit nur 1,69 Mrd CNY, gegenüber Markterwartungen von 1,89 Mrd CNY. Infolgedessen verlangsamte sich das Wachstum der Geldmenge M2 im Juli auf 10,7% gegenüber dem Vorjahr, die niedrigste Wachstumsrate seit März. Die politischen Rahmenbedingungen haben sich zuletzt dahingehend geändert, dass die politischen Entscheidungsträger mittlerweile auf langfristige Nachhaltigkeit achten und sich mehr auf die finanzielle Stabilität konzentrieren. Mit Blick auf die Zukunft sind gezieltere finanzielle Maßnahmen zu erwarten.