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Corona-Virus Update 11. Januar 2021

In der EU werden trotz der harten Corona-Beschränkungen wieder mehr Neuinfektionen gemeldet. Ein Ende des Lockdowns ist nicht in Sicht. In den USA hat die Zahl der Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Großbritannien ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen über das Wochenende nur noch wenig gestiegen. Der 7-Tage-Durchschnitt je 100.000 Einwohner stagnierte am Sonntag bei knapp 90 (Grafik 1).
  • In den USA breitet sich das Coronavirus dagegen weiter ungebremst aus. Im Durchschnitt der letzten sieben Tage wurden mehr als 78 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet, ein neuer Rekordwert.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU gelingt es trotz der scharfen Corona-Beschränkungen in vielen Ländern nicht, die Zahl der Neuinfektionen weiter zu senken. Im Gegenteil, in Italien, Frankreich und Deutschland steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen im Durchschnitt der letzten sieben Tagen wieder deutlich an (Grafik 2). In den Niederlanden, das aktuell besonders stark von der Pandemie betroffen ist, hat sich der Rückgang der Infektionsrate deutlich verlangsamt.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In Deutschland haben drei Wochen Lockdown nicht gereicht, um die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen stärker zu verringern. Über das Wochenende ist die Summe der gemeldeten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen wieder auf über 175 je 100.000 Einwohner gestiegen, nachdem die feiertagsbedingt niedrigen Meldungen über die Jahreswende aus der Rechnung herausgefallen sind (Grafik 3). Der Wert liegt damit nur 18 unter dem Niveau zu Beginn des Lockdowns. Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig wahrscheinlich, dass bis Ende Januar der Zielwert von 50 erreicht wird. Der Lockdown wird wohl ein drittes Mal verlängert werden.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Der zögerliche Rückgang der Neuinfektionen hat zur Folge, dass sich auch die Lage in den deutschen Krankenhäusern nur langsam entspannt. Die Zahl intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist mit 5.320 weiterhin sehr hoch (Grafik 4).

Wirtschaft

  • Im Dezember gingen in den USA 140 Tsd Stellen verloren. Die Jobverluste konzentrierten sich auf das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie auf Freizeiteinrichtungen. Im Vergleich zu Dezember 2019 ergibt sich ein Beschäftigungsabbau von knapp 9,4 Millionen (ein Minus von 6,2%). Dies ist der größte Jobabbau seit 1939.
  • Umfragen zufolge wollen Verbrauch die 600 Dollar, die ihnen im Zuge des letzten Corona-Hilfspakets mittels Schecks zufließen, vor allem sparen oder damit Schulden bedienen. Zusätzliche Ausgaben planen nur wenige. Die konjunkturstimulierende Wirkung dürfte sich daher in Grenzen halten.
  • Der künftige Präsident Biden stellt ein weiteres Corona-Hilfspaket in Aussicht, das Billionen Dollar kosten werde. Unter anderem will er jedem Amerikaner einen Scheck über 2000 Dollar zukommen lassen, die Aufstockung der Arbeitslosenhilfe über den März hinaus verlängern und plant hohe Ausgaben zur Beschleunigung der Corona-Impfungen.
  • In China melden weitere Städte, darunter Peking, neue Covid-19-Fälle. Es ist daher in den kommenden Wochen mit neuen Einschränkungen zu rechnen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Am Montag meldete China insgesamt 85 neue Fälle, die höchste Zahl seit Monaten.
  • Der von der chinesischen Firma Sinovac Biotech Ltd. entwickelte Impfstoff erwies sich in Tests in Brasilien zu 78% als wirksam gegen Covid-19. Brasilien hat Berichten zufolge eine Vereinbarung mit dem Butantan-Institut in Sao Paulo über den Kauf von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs CoronaVac COVID-19 unterzeichnet.
  • Deutschland: Am Freitag Morgen hatten wir in der “Woche im Fokus” geschrieben, dass sich in der EU eine ausreichende Immunität der Bevölkerung wegen der späten Impfstoffbestellungen wohl erst gegen Herbst einstellen wird. Mittlerweile ist bekannt geworden, dass die EU weitere Biontech-Dosen bestellt hat und aus einer Ampulle mehr Dosen gezogen werden dürfen. Damit könnte eine Herdenimmunität tatsächlich bereits zur Jahresmitte erreicht werden. Das entsprechende Update unserer konkreten Schätzungen wird in Kürze veröffentlicht.

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