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Corona-Virus Update 11. Februar 2021

Trotz stark rückläufiger Neuinfektionen und deutlich weniger Corona-Patienten auf den Intensivstationen wird in Deutschland der Lockdown bis 7. März verlängert. Zur Begründung wird auf die stärker ansteckende britische Mutation des Virus verwiesen, die inzwischen auch in Deutschland vermehrt nachgewiesen wird. Doch ein Blick auf Großbritannien zeigt, dass auch dort die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen seit Mitte Januar stark gesunken ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In Großbritannien fällt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter. Im Durchschnitt der vergangenen sieben Tagen waren es noch knapp 26 je 100.000 (Grafik 1). Auch in den USA zeigt die Infektionskurve weiter nach unten.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU stellt sich die Lage regional unterschiedlich dar. Positive Nachrichten kommen aus Portugal und Spanien, wo seit Ende Januar deutlich weniger Neuinfektionen gemeldet werden. In Portugal ist der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner von 120 auf 53 gesunken, in Spanien von 64 auf 33 (Grafik 2).
  • In Frankreich und Italien hat sich die Infektionslage dagegen kaum unverändert.
  • In Deutschland wurden gestern 10.237 Neuinfektionen registriert. Dies sind knapp 4.000 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Der 7-Tage Durchschnitt je 100.000 Einwohner sank auf 10. Die 7-Tage Inzidenz – also die Summe der in den vergangenen sieben Tagen an Corona Erkrankten – fiel auf 64,2. Die Zielmarke von 50 könnte damit schon Ende des Monats unterschritten werden.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Auch in den deutschen Krankenhäusern entspannt sich die Lage weiter. Gestern mussten noch 3.736 Corona-Patienten intensiv-medizinisch behandelt werden (Grafik 3). Dies sind gut 2.000 weniger als im Hochpunkt Anfang Januar.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Impfungen

  • Der britisch-schwedische Impfstoff-Hersteller Astra-Zeneca will die Herstellung seines Corona-Impfstoffs beschleunigen und dabei mit der Firma IDT Biologika im Dessau zusammenarbeiten. In Dessau in Sachsen-Anhalt sollen zusätzliche Produktionsanlagen entstehen. Astra-Zeneca prüfe derzeit die Möglichkeiten, im zweiten Quartal die Auslieferung des Impfstoffs zu erhöhen.
  • In den USA wurden im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage 1,5 Mio Menschen geimpft. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC haben bisher rund 33,8 Mio. Amerikaner mindestens eine Impfdosis bekommen und 10,5 Mio wurden bereits zweimal geimpft. Die EU hängt bei den Impfungen dagegen weiter deutlich hinterher (Grafik 4).

Wirtschaft

  • In Deutschland beschlossen Bund und Länder bei ihrem gestrigen Corona-Gipfel, den Lockdown bis zum 7. März zu verlängern (hier der Beschluss im Wortlaut). Einzig Friseure dürften ab dem 1. März wieder öffnen, da dann laut Kanzlerin Merkel eine 7-Tage-Inzidenz von 50 gegeben sei. Dass die Friseure vor anderen Geschäften wieder öffnen dürfen, wird mit deren Bedeutung für die Köperhygiene begründet. Weitere Lockerungen für die Wirtschaft soll es erst ab einer “stabilen” 7-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner geben. Auf Nachfrage stellte Merkel klar, dass “stabile Inzidenz” bedeute, eine solche soll an mindestens drei Tagen erreicht werden. Dann sollen der Einzelhandel, öffentliche Einrichtungen wie Museen und Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder öffnen können. Vorgesehen ist eine Begrenzung auf einen Kunden je 20 Quadratmeter Ladenfläche. Für Hotels, Retaurants, Kulturbetriebe und Freizeitunternehmen gibt es noch keine festen Pläne. Bei der Rückkehr in den Unterricht an Schulen und in den Regelbetrieb in Kindergärten wird es keine bundeseinheitliche Regelung geben.
  • In China sank das Fahrgastaufkommen im Zugverkehr während des traditionellen Reiseansturms zum Mondneujahrsfest stark. Im Delta des Jangtse-Flusses, wo die Wirtschaft in China am weitesten entwickelt ist, sank das Fahrgastaufkommen in den 13 Tagen vor dem Neujahrsfest um 60% im Vergleich zum Vorjahr.

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