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Corona-Virus Update 10. November 2020

In den USA steigt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ungebremst. In der EU könnte dagegen der Scheitelpunkt der zweiten Infektionswelle erreicht sein. Für Euphorie sorgten gestern an den Finanzmärkten die positiven Testergebnisse eines neuen Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA breitet sich das Virus immer schneller aus. In den letzten sieben Tagen wurden im Durchschnitt 34 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 1). Vor acht Tagen lag der Wert noch bei 24.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU mehren sich die Anzeichen, dass der Scheitelpunkt der zweiten Infektionswelle nicht mehr fern ist. In den Niederlanden sinkt die Zahl der Neuinfektionen bereits deutlich (Grafik 2). Auch in Spanien und Deutschland könnte der Hochpunkt erreicht sein.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist gestern auf 3.005 gestiegen. Damit wurde der Hochpunkt vom April übertroffen (Grafik 3). Aber auch hier gibt es Licht am Ende des Tunnels. So hat sich das Tempo des Anstiegs in den vergangenen Tagen merklich verlangsamt.

Wirtschaft

Gestern wurden positive Testergebnisse eines neuen Impfstoffs gegen das Covid-19-Virus vorgestellt. Danach schütze das neue Vakzin 90% der Geimpften vor einer Infektion, ein über den Erwartungen liegendes Ergebnis. Die beteiligten Pharmaunternehmen hoffen, den Impfstoff binnen kurzer Zeit zur allgemeinen Verwendung ausliefern zu können, auch wenn die zuständigen Gesundheitsbehörden das neue Mittel noch überprüfen und freigeben müssen. Die Hoffnung auf kurzfristige Verfügbarkeit eines wirksamen Impfstoffs sind gestiegen, die Finanzmärkte haben darauf mit stark steigenden Kursen reagiert.

Eine der Prioritäten von Joe Biden wird der Kampf gegen die Corona-Pandemie sein. Er hat dazu gestern ein mit Wissenschaftlern besetztes Beraterteam vorgestellt. Dieses Team hat Biden und die künftige Vizepräsidentin Harris über den Stand der Dinge informiert.

In Deutschland war die Bauwirtschaft als eine der wenigen Branchen durch die Corona-Pandemie kaum berührt. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe legte von Januar bis August 3,6% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zu. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,5%. Im Hochbau legte der Umsatz um 3,2% zu, der Tiefbau verzeichnete ein Plus von 2,8%.

Die neuerliche Corona-Welle scheint die deutsche Wirtschaft bislang noch nicht gravierend zu bremsen. Darauf deutet zumindest der Lkw-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamtes. Derzeit rollen so viele Lkws auf Deutschlands Autobahnen wie vor der Corona-Krise. Das ist zweifellos eine gute Nachricht, da mehr als 90% des Gütertransports über die Straße abgewickelt wird.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Deutschland hat sich die Automobilindustrie im Oktober weiter von dem Einbruch im Frühjahr erholt. Saisonbereinigt liefen nach Angaben des Automobilverbandes (und auf Basis unserer Saisonbereinigung) fast 9% mehr Autos vom Band als im September. Dies spricht dafür, dass die Industrie gut ins vierte Quartal gestartet ist und somit ein Gegengewicht zu den wohl wieder schwächeren Dienstleistungen bildet. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Autoproduktion ist für die kommenden Monate allerdings nicht zu erwarten. Denn die Produktion liegt inzwischen wieder auf ihrem Vorkrisentrend, der seit Anfang 2018 nach unten zeigt (Grafik 4).

Die Zahl der Neuzulassungen hat sich im vergleich zum September, kaum verändert. Damit liegt sie saisonbereinigt weiterhin knapp 15% unter ihrem Vorkrisenniveau.

In China sind die Pkw-Verkäufe im Oktober nach vorläufigen Schätzungen des Automobilverbandes CPCA im Jahresvergleich um rund 10% gestiegen. Bereits im September hatten die Verkäufe um 10% zugelegt. In diesem Zusammenhang hielt der chinesische Präsident Xi Jinping bei der Eröffnungszeremonie der dritten China International Import Expo eine Rede, in der er erklärte, das Ziel sei es, den chinesischen Markt in einen Markt für die Welt zu verwandeln, in einen Markt, der von allen geteilt wird, und in einen Markt, der für alle zugänglich ist. Diese Äußerungen sollen offenbar die Bedenken zerstreuen, dass sich China im Rahmen der neuen Strategie der “Zwei Kreisläufe” von der Weltwirtschaft abkoppelt.

In Italien gelten seit heute landesweit verschärfte Corona-Regeln, unter anderem mit einer nächtlichen Ausgangssperre. Die Bürger dürfen zwischen 22:00 und 5:00 Uhr ihre Wohnungen nur aus gesundheitlichen Gründen verlassen, oder um zu arbeiten. Für Schüler ab der 7. Klasse gibt es Online-Unterricht. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur bis zu 50% ihrer Kapazität Passagiere befördern. Darüber hinaus werden landesweit Museen, Wettbüros und Einkaufshallen an Wochenenden geschlossen. Kinos, Theater, Fitnessstudios und Schwimmbäder wurden bereits in einer vorherigen Maßnahme geschlossen. Die neuen Regeln differenzieren zudem Maßnahmen für Regionen mit unterschiedlichen Infektionsraten. In den “roten Zonen” werden nicht-essenzielle Geschäfte und Märkte geschlossen, Reisen in und aus diesen Regionen werden untersagt, selbst Reisen innerhalb einer “roten Zone” sind nicht erlaubt. In “orangen Zonen” bleiben die Geschäfte offen, aber Bars und Restaurants werden geschlossen. Innerhalb einer “orangen Zone” sind Reisen, beispielsweise zwischen Städten, erlaubt.