Top Charts

Corona-Virus Update 1. Juli 2020

Ab heute erlaubt die EU wieder die Einreise aus 14 Ländern, die eine ähnlich niedriges Infektionsgeschehen aufweisen wie sie selbst. In Deutschland setzte der Einzelhandel im Mai deutlich mehr ab als im Mai 2019. Offensichtlich holen die Konsumenten ein Teil der Corona-bedingten Konsumausfälle nach. In den USA steigen die Infektionszahlen weiter stark an, was die Erholung der Wirtschaft gefährden könnte.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Weltweite Neuinfektionen

  • Das Infektionsgeschehen in Brasilien und den USA nimmt weiter zu. Im Durchschnitt der letzten 7 Tage wurden in Brasilien 17,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet (Grafik 1). In den USA waren es 12,2.
  • In der EU ist es bislang gelungen, die Infektionsausbrüche in verschiedenen Einrichtungen einzugrenzen. So wurden in Deutschland in den letzten 7 Tagen im Durchschnitt nur noch 468 Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche waren es noch über 600. In allen großen EU-Ländern liegt die Infektionsrate weiterhin deutlich unter 1 (Grafik 2).
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutschland – Unternehmen erwarten keine kräftige Erholung

Wie wir erwarten auch die deutschen Unternehmen nach der neuesten DIHK-Umfrage keine V-förmige Konjunkturerholung. Demnach rechnet nur ein Drittel der deutschen Unternehmen noch in diesem Jahr mit einer Rückkehr zur geschäftlichen Normalität. Die Hälfte erwartet eine Normalisierung erst 2021. Hauptproblem aus Sicht der Unternehmen ist die schwache Nachfrage. So erwarten 80% der Betriebe für das gesamte Jahr einen Umsatzrückgang. Damit in Einklang berichten 60% der Unternehmen von weniger Nachfrage, 43% machen stornierte Aufträge zu schaffen. Außerdem berichten 40% der Unternehmen von Finanzierungsproblemen.

Positiv überrascht haben die heute morgen veröffentlichten deutschen Einzelhandelsumsätze für Mai, die gegenüber April real um 13,9% zugelegten. Gegenüber Vorjahr steht ein Plus von 3,8% zu Buche. Auch wenn die Zahlen wegen ihrer hohen Revisionsanfälligkeit mit einer gewissen Vorsicht zu interpretieren sind, deuten sie doch darauf hin, dass die privaten Haushalte ein Teil der Corona-bedingten Konsumausfälle nachholen.

EU gewährt die Einreise aus 14 Drittländern

Von heute an dürften Personen aus ausgewählten Drittstaaten wieder in die EU einreisen. Es handelt sich um insgesamt 14 Länder, darunter Australien, Japan, Kanada, Neuseeland, Südkorea und Thailand. Diese Länder haben höchstens genauso viele Neuinfektionen wie die EU im Gesamtdurchschnitt. Außerdem ist der Trend stabil und deren Gesundheitssystem verfügt über ausreichend Kapazitäten. Die USA und die Türkei stehen nicht auf der Liste. China soll erst zugelassen werden, wenn es umgekehrt die Einreise aus allen EU-Ländern gestattet.

USA – Infektionsrekorde

  • Gestern wurden landesweit 48 Tsd Neuinfektionen gemeldet, das vierte Rekordhoch binnen einer Woche. Die Fallzahlen sind besonders in solchen Staaten stark gestiegen, die als erste Kontaktbeschränkungen gelockert hatten.
  • Der oberste Infektionsschützer der USA, Dr. Fauci, sagte bei einer Anhörung vor dem Senat, dass die täglichen Fallzahlen auf 100 Tsd steigen, sofern der aktuelle Ausbruch nicht eingedämmt wird. Vizepräsident Pence, der in der Regierung die Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie koordiniert, versuchte allerdings zu beruhigen. Man sei in einer viel besseren Lage als vor vier Monaten oder vor zwei Monaten. Neue Infektionen würden vor allem jüngere Menschen treffen, die seltener erkrankten.
  • Der Chef der Fed, Jerome Powell, vertrat vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses die Ansicht, dass eine vollständige wirtschaftliche Erholung unwahrscheinlich sei, solange die Menschen nicht sicher seien, dass normale Aktivitäten nicht wieder gefahrlos möglich wären.
  • Der Senat hat die Fristen zur Beantragung von Hilfskrediten im Rahmen des Payroll Protection Program bis 8. August verlängert. Ursprünglich wäre die Frist gestern abgelaufen. Das Programm verfügt noch über Mittel von 130 Mrd Dollar (Kredite im Rahmen des PPP können erlassen werden, wenn Unterenehmen für eine bestimmte Zeit auf Personalabbau verzichten.)

China: Immobilienmarkt hat sich erholt

  • Peking meldete am 30. Juni drei neue Covid-19-Fälle, den niedrigsten Stand seit dem 11. Juni, was darauf hindeutet, dass die Epidemie weitgehend eingedämmt wurde.
  • Die wöchentlichen Verkaufsdaten für die 30 größten Städte zeigen eine vollständige Erholung der Wohnungsverkäufe an.
  • Chinas privater PMI für das verarbeitende Gewerbe in Caixin stieg im Juni von 50,7 im Vormonat auf 51,2, was darauf hinweist, dass die wirtschaftliche Erholung im privaten Sektor weiterhin auf Kurs ist.
  • Südkorea: Die Juni-Exporte nach China, dem wichtigsten Handelspartner Südkoreas, erholten sich erstmals seit sechs Monaten um 9,5 %, während die Auslieferungen in die USA und die EU um 8,3 % bzw. 17,0 % zurückgingen.