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Corona-Virus Update 1. Dezember 2020

In den USA mehren sich die Anzeichen, dass die dritte Infektionswelle den Scheitelpunkt erreicht hat. In Deutschland stagniert die Zahl der Neuinfektionen. Die Bundesregierung will mit einer Homeoffice-Pauschale diejenigen steuerlich entlasten, die Corona-bedingt von zu Hause arbeiten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Infektionsgeschehen

  • In den USA wurden auch gestern weniger Neuinfektion gemeldet als Montag vor einer Woche. Der Sieben-Tage-Durchschnitt ist auf 49,6 je 100.000 Einwohner gefallen (Grafik 1).
  • In Brasilien steigt dagegen die Infektionsrate weiter an. In Indien verharrt sie unverändert auf niedrigem Niveau.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • In der EU sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen weiter. In allen großen Ländern mit Ausnahme von Deutschland weist die Infektionskurve nach unten (Grafik 2). In Deutschland wurden gestern mit 13604 ähnlich viele Neuinfektionen wie vor einer Woche gemeldet. Die Infektionsrate verharrte bei 21,5.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
  • Die Zahl der in deutschen Krankenhäusern intensiv-medizinisch behandelten Corona-Patienten ist weiter leicht auf 3926 gestiegen (Grafik 3). Gegenüber Vorwoche bedeutet dies ein Plus von 4,9%.

Wirtschaft

In Deutschland plant eine Homeoffice-Pauschale. Die Bundesregierung will diejenigen steuerlich entlasten, die wegen der Corona-Pandemie von zu Hause arbeiten. Laut Vorschlag soll eine neue Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag gelten, höchstens sollen im Jahr 600 Euro geltend gemacht werden können. Bisher erkennt das Finanzamt die Kosten für den heimischen Arbeitsplatz nur an, wenn ein Raum nahezu ausschließlich für den Beruf genutzt wird. Noch nicht klar ist, ob die neue Homeoffice-Pauschale neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro gewährt wird oder diese inklusive ist. Das Finanzministerium befürwortet die zweite Variante aus.

Der Caixin-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China stieg im November auf 54,9 und übertraf damit die Marktausschreibungen (53,5) bei weitem, was auf eine sich verbessernde Inlands- und Auslandsnachfrage zurückzuführen ist. Anders als der offizielle PMI blieb der Beschäftigungsindex im Caixin PMI drei Monate lang in Folge im expansiven Bereich.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Wirtschaft

In Frankreich ist nach Schätzungen des französischen Statistischen Amtes (INSEE) die wirtschaftliche Aktivität im November um fast 10% gegenüber Oktober eingebrochen. Sie lag damit wieder 13% unter dem Vorkrisenniveau (Grafik 4). Von den neuen Corona-Beschränkungen stark betroffen sind vor allem die Gastronomie. Aber auch der Groß- und Einzelhandel sowie das Transportwesen verzeichnen starke Einbußen. Für das Schlussquartal 2020 zeichnet sich damit ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem dritten Vierteljahr um rund 4% ab.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutschland hat die Corona-Maßnahmen auf eine solidere gesetzliche Basis gestellt, nachdem in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel an der Gesetzmäßigkeit einzelner Maßnahmen geäußert wurden und Gerichte Maßnahmen zum Teil aufhoben. Bundestag und Bundesrat haben nun eine Reform des Infektionsschutzgesetzes verabschiedet. Darin werden die Maßnahmen im Detail aufgezählt, die Bund und Länder ergreifen können. Dazu zählen die Maskenpflicht, Abstandsgebote, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, die Schließung von Betrieben und Einrichtungen sowie Verbote von Veranstaltungen und Gottesdiensten. Die Maßnahmen sind grundsätzlich auf vier Wochen befristet.

Der Bedarf der Deutschen an Toillettenpapier scheint dagegen bereits wieder gedeckt zu sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis von Scannerdaten war der Umsatz in den vergangenen beiden Wochen weitgehend normal, nachdem er Ende Oktober angesichts des bevorstehenden Lockdowns kräftig angezogen hatte (Grafik 5). Gefragt blieben aber andere Güter wie Desinfektionsmittel, Reis und Hefe.