Währung

Corona-Epidemie: Auffrischung in Schul-Mathematik

Corona-Epidemie: Auffrischung in Schul-Mathematik

Nennen Sie mich einen ignoranten Spinner, aber für mich ist das, was wir gerade sehen, eine weltweite Hysterie. Die Heftigkeit, mit der Chinas Regime auf die Corona-Epidemie reagiert, werden viele hier im Westen mit Bewunderung registrieren und wieder von der Unterlegenheit offener Gesellschaften schwadronieren. Mich erschrickt das nur. Vor allem deshalb, weil diese Hysterie so ansteckend ist. Viel mehr als der Virus. In Asien, aber zunehmend auch im Westen.

Epidemien sind Wachstumsprozesse. Je mehr Menschen den Virus in sich tragen, desto mehr Menschen können infiziert werden. Es macht daher keinen Sinn, die Anzahl der Infizierten auf einer linearen Achse abzutragen. Da sieht’s immer so aus, als würde solch ein Prozess gerade explodieren. Man schaut deshalb vernünftigerweise auf Wachstumsraten oder benutzt eine logarithmierte Skala. Gestern habe ich gezeigt, dass die Rate der Neuinfektionen auf rund 8% gesunken ist. Heute versuche ich’s mal anders, mit der Log-Skala. Hier ist abzulesen, dass schon um den 29. Januar die Maßnahmen zur Epidemie-Eindämmung Wirkung zeigten: die graue Kurve verflacht sich seitdem. Das ist alles Schul-Mathematik und sollte jedermann wohlbekannt sein. Damit rational umgehen kann aber dennoch kaum jemand, scheint mir.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

EUR bleibt vorerst unter Druck

Ich sehe momentan nichts, was dem Euro helfen könnte. Lassen Sie sich nicht davon blenden, dass die EUR-USD-Volatilitäten wieder etwas gestiegen sind. Der bisherige Absturz war dramatisch genug. Und wenn jetzt (bedingt durch die neue Welle von Corona-Hysterie, siehe oben) die Volatilität ein wenig ansteigt, dann ist das wenig EUR-positiv. Denn der unterproportionale Anstieg der Volatilität der EUR-Wechselkurse (im Vergleich zu anderen USD-Kursen und Cross-Kursen) zeigt nur, wie volatilitätsarm EUR-USD derzeit ist. Im Tenor-Bereich bis drei Monate gerade mal einen Hauch über EUR-CHF – einem de facto gemanagten Wechselkurs!

Das Problem des Euros (im Vergleich zu den “klassischen” Safe-Haven-Währungen JPY und CHF) ist halt: Jene können von globalen Risikophasen profitieren, der Euro nicht.

Das mag zum Teil einfach Gewöhnung sein. Dass JPY und CHF bei “risk off” zulegen, weiß der letzte Schnupperpraktikant auf dem letzten Trading-Floor dieser Welt. Andererseits wären auch viele gestandene FX-Händler überrascht bis skeptisch, wenn ich sie überzeugen müsste, dass der Euro (aufgrund der dauerhaft niedrigen EUR-Zinsen) jetzt auch als “Safe Haven” handeln sollte.

Neben diesem behavioristischen Argument gibt’s aber auch handfeste Gründe, warum der Euro bei “risk off” leidet: Der Bank of Japan und der Schweizerischen Nationalbank nimmt kaum noch jemand ab, dass sie – würde Corona, die Landung grüner Marsmännchen oder sonst was eine globale Rezession auslösen – ihre Geldpolitiken nennenswert expansiver gestalten könnten. Da mögen die jeweiligen Verantwortlichen noch so oft ihren angeblichen Handlungsspielraum betonen. Mit der EZB ist’s was anderes. Zu oft haben Europas Währungshüter mit immer neuen Tricks (und ohne Rücksicht auf das, was nach früherer Interpretation ihnen vertraglich zugebilligt wurde) ihre Geldpolitik expansiver gestaltet. Würde eine Rezession drohen, würde die EZB – da sind sich viele sicher – neue Bazookas aus dem Waffendepot holen. Und damit würde die EZB dann genau das erreichen, was den Zentralbanken der echten safe-haven-Währungen nicht zugetraut wird: die Schwächung der eigenen Währung in dem Fall, in dem globale Ungemach droht und Anleger nicht viele Anlagemöglichkeiten haben, die gut performen.

Für JPY und CHF ist gerade diese Eigenschaft – dass sie Performance liefern, wenn’s fast alle anderen Assets nicht tun – ein Vorteil, der viel langfristigen Carry-Nachteil wett macht. Dem Euro fehlt nach den Trichet- und Draghi-Jahren dieser Vorteil. Und deshalb leidet er. Bei Risk-On, weil die Vola fällt. Und bei Risk-Off, weil dann ein Szenario droht, in dem die Zinssenkungs-Fantasien wieder erblühen könnten. So bleibt’s dabei, dass es erst mal weiter nach unten gehen dürfte mit EUR-USD.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Der NOK scheint nicht zu helfen

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der norwegischen Krone einfach nicht zu helfen ist. Da wartet die Inflation mit einem für den Markt unerwartet starken Anstieg im Januar auf, der die Kernrate sogar auf 2,9% katapultiert – bei einem Inflationsziel der Norges Bank von 2% – doch die NOK kann nicht alle Gewinne infolge der Datenveröffentlichung verteidigen. Zu schwer wiegen die externen Faktoren wie schwacher Ölpreis oder allgemeine Risikoaversion. Da interessiert es die Marktteilnehmer auch nicht, ob der Inflationstrend in Norwegen wieder deutlich nach oben gedreht hat und deshalb Zinssenkungen seitens der Norges Bank unwahrscheinlich sind. Im Gegenteil: die Haltung der Norges Bank – vorsichtig, aber optimistisch, was Inflation und Wachstum anbelangt – scheint umso gerechtfertigter. Dennoch: solange die externen Faktoren derart gegen die NOK sprechen, werden ihr kaum nachhaltige Gewinne vergönnt sein, positive heimische Konjunkturdaten hin oder her. Die 10-Marke in EUR-NOK wird wohl erst einmal nicht nach unten durchbrochen werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ95Z2 Call EUR/NOK Hebel: 4,7
CU9YFQ Put EUR/NOK Hebel: 4,7
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CNY: Niedrige Volatilität?

Die allgemein überschaubare Marktreaktion auf den Ausbruch des Coronavirus in China dürfte viele Marktteilnehmer überrascht haben. Am Devisenmarkt blieb auch USD-CNY weitestgehend stabil. Das könnte ohne Frage der starken Hand der chinesischen Zentralbank (PBoC) geschuldet sein, die ungewollte Marktvolatilität in der Regel glättet. Nicht zu vergessen ist aber, dass die allgemeine Volatilität an den Devisenmärkten zurückgegangen ist. So ist auch die Volatilität des Euro so niedrig wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Meine Kollegen haben dies diese Woche ausgiebig beleuchtet. Überraschungen, die Ereignissen oder Daten geschuldet sind, dürften angesichts allgemein niedriger Marktvolatilität im Großen und Ganzen nicht allzu lange Bestand haben. Anders sieht es auf der realwirtschaftlichen Seite, also für die chinesischen Wachstumsperspektiven aus. Bis dort die Folgen sichtbar werden, könnte es noch einige Zeit dauern. Das zeigt sich sehr gut am Handelskrieg: Während USD-CNY trotz einiger kurzfristiger Achterbahnfahrten seit Ausbruch des Handelskriegs weitestgehend stabil war, haben sich die Gepflogenheiten im Welthandel und damit Chinas Wachstumsperspektiven beträchtlich geändert. Das wird sich auf lange Sicht auf die Konjunkturaussichten Chinas auswirken.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU97XB Call USD/CNH Hebel: 5,1
CU7B3K Put USD/CNH Hebel: 5,4
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