Rohstoffe

Chinas Rohstoffhunger ist noch immer nicht gestillt

Energie: Mehr Ölangebot aus Libyen, chinesische Rohölimporte weiterhin hoch

Die Ölpreise gaben gestern um bis zu 3% nach. Brent handelt am Morgen unterhalb von 42 USD je Barrel, WTI unter der Marke von 40 USD. In Norwegen und im Golf von Mexiko normalisiert sich die Ölproduktion nach dem Ende des Streiks bzw. dem Abzug von Hurrikan Delta allmählich wieder. Auch in Libyen steigt das Angebot. Aktuell soll die Ölproduktion bei 355 Tsd. Barrel pro Tag liegen. Nach der inzwischen erfolgten Wiederaufnahme der Ölproduktion im größten Ölfeld des Landes, Sharara, könnte sich die landesweite Produktionsmenge innerhalb kurzer Zeit auf rund 650 Tsd. Barrel pro Tag nahezu verdoppeln. Somit droht dem Ölmarkt gleich von drei Seiten zusätzliches Angebot zu erreichen. Im Falle eines Wahlsieges von Joe Biden bei den Präsidentschaftswahlen in drei Wochen und eines gleichzeitigen Sieges der Demokraten bei den Wahlen zum US-Kongress könnte demnächst auch der Iran als Anbieter an den Ömarkt zurückkehren. Denn es ist gut vorstellbar, dass die USA das Atomabkommen wieder in Kraft setzen und die von Trump verhängten Iran-Sanktionen lockern. Auf der anderen Seite schwächelt die Nachfrage. Die IEA erwartet in ihrem Basisszenario, dass die globale Ölnachfrage erst 2023 das Vorkrisenniveau erreicht haben wird. In einem weniger günstigen Szenario könnte es auch zwei Jahre länger dauern. Die IEA äußerte zudem die Erwartung, dass die Zeit steigender Ölnachfrage innerhalb der nächsten 10 Jahre zu Ende gehen könnte. Aktuell wird die Ölnachfrage vorrangig von China getragen. Wie die Zollbehörde berichtete, stiegen die Rohölimporte Chinas im September auf umgerechnet 11,8 Mio. Barrel pro Tag. Sie lagen damit 2% höher als im Vormonat. Die erwartete Abschwächung nach dem Kaufrausch im (Früh-)Sommer ist somit bislang ausgeblieben. In den ersten neun Monaten waren die chinesischen Rohölimporte 12,7% höher als im Vorjahreszeitraum. Dies dürfte auf Dauer aber nicht ausreichen, die o.g. Faktoren zu kompensieren. Wir erwarten daher einen weiteren Rückgang der Ölpreise.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold kann sich noch nicht von 1.900 USD-Marke lösen

Gold hat einen Teil seiner Gewinne von Ende letzter Woche wieder abgegeben und ist heute Morgen zeitweise auf 1.910 USD je Feinunze gefallen. Dies zeigt, dass es Gold schwerfällt, sich von der 1.900 USD-Marke zu lösen. Sie übt offenbar eine gewisse Anziehungskraft auf den Preis aus. Gestern haben die Hoffnungen auf eine schnelle Einigung auf ein Hilfspaket für die US-Wirtschaft einen weiteren Dämpfer erhalten. Den Mitgliedern des Repräsentantenhauses wurde mitgeteilt, dass es diese Woche wohl keine Maßnahmen geben wird. Damit rückt auch eine Einigung noch vor den Präsidentschaftswahlen in drei Wochen in immer weitere Ferne. Der US-Dollar hat daraufhin seine Abwertung vorerst gestoppt. Dass Gold nicht stärker fällt, liegt wohl auch an der weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Ebenso scheint die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus holprig zu verlaufen: Ein US-Pharmaproduzent musste die Testphase vorübergehend unterbrechen, da ein Proband aus noch unerklärlichen Gründen krank wurde. Dies sorgt für Verunsicherung unter den Marktteilnehmern.

Palladium profitiert von Erholung des chinesischen Automarktes

Nach den vorläufigen Daten am Freitag hat der Verband der chinesischen Automobilproduzenten heute detaillierte Zahlen zu den Autoverkäufen im September veröffentlicht. Die Fahrzeugabsätze insgesamt sind um knapp 13% gegenüber Vorjahr gestiegen, die Autoabsätze um 8%. Dabei scheint insbesondere die Nachfrage nach Elektroautos anzuziehen, die im Vergleich zum Vorjahr um 67% zunahm. Auch wenn die Autoverkäufe nach neun Monaten noch gut 12% unter Vorjahr liegen, ist doch ein klarer Erholungstrend im weltgrößten Automarkt erkennbar. Im Einklang mit dieser Erholung steigt Palladium schon seit Monaten von unter 2.000 USD Mitte des Jahres auf aktuell über 2.400 USD je Feinunze.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: China importiert überraschend viel Kupfer und Eisenerz

Nach dem gemischten Wochenauftakt gestern geben die Metallpreise heute Morgen allesamt moderat nach. Im Streben nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus hat ein US-Pharmaproduzent einen Rückschlag erlitten, was heute offenbar zunächst die Stimmung der Marktteilnehmer etwas trübt. Auch die chinesischen Handelsdaten scheinen auf den ersten Blick nicht zu überzeugen: Während die chinesischen Exporte im September insgesamt betrachtet im Rahmen der Erwartungen lagen, hat China deutlich mehr Waren importiert, so dass der Handelsbilanzüberschuss merklich geschrumpft ist. Die soliden Exporte und hohen Importe deuten aber auf eine Belebung der Nachfrage sowohl im Ausland als auch im Inland hin. Der Rohstoffhunger Chinas scheint zudem weiterhin nicht gestillt: Gemäß Daten der Zollbehörde sind die Einfuhren von unverarbeitetem Kupfer im Vergleich zum Vorjahr um 68% auf 722 Tsd. Tonnen gestiegen. Dies war der zweithöchste Monatswert überhaupt. Die in den letzten Monaten deutlich gestiegenen Kupferpreise haben unseres Erachtens eher gegen solch hohe Importe gesprochen. Möglicherweise haben staatliche Stellen Kupfer gekauft, um Reserven aufzubauen. Denn einige Marktbeobachter sehen die chinesische Kupfernachfrage derzeit nicht allzu stark, so dass die hohen Importe der letzten Monate zu einem Lageraufbau führen müssten. Die Einfuhren von Kupfererz und -konzentrat stiegen um 35% auf 2,14 Mio. Tonnen. Auch dies war die zweitgrößte jemals gemessene Menge in einem Monat. Dass China so viel Kupfererz und -konzentrat importieren kann, deutet nicht auf Produktionsprobleme in Minen hin. Ebenfalls überraschend stark fielen die Eisenerzimporte aus: Im September wurden 108,6 Mio. Tonnen eingeführt. Dies war bereits der vierte Monat in Folge mit Importen von über 100 Mio. Tonnen. In China läuft die Stahlproduktion auf Rekordniveau, die viel Eisenerz benötigt.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5NLongCopper FutureFaktor: 3
SB3T9GShortCopper FutureFaktor: -3
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