Rohstoffe

China importierte im Mai wegen US-Sanktionen weniger Öl

Energie: Die Ölpreise legen am Morgen zu und machen damit einen Teil ihrer gestrigen Verluste wieder wett. Sie ignorieren dabei auch die neuen Zolldrohungen von US-Präsident Trump in Richtung China (siehe Edelmetalle). Die Preise erhalten Unterstützung von der Aussicht auf eine über Jahresmitte hinaus eingeschränkte OPEC-Ölproduktion. Der saudi-arabische Energieminister Al-Falih gab sich am letzten Freitag bei einer Konferenz im russischen St. Petersburg zuversichtlich, dass die OPEC+ das Kürzungsabkommen verlängern wird. Er sieht allerdings keine Notwendigkeit für stärkere Produktionskürzungen. Der Preisrückgang bei Brent um 10 USD Ende Mai / Anfang Juni war auch auf spekulative Verkäufe zurückzuführen. Die spekulativen Finanzanleger reduzierten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 4. Juni sowohl bei Brent als auch WTI nochmals deutlich.

China hat im Mai laut Daten der Zollbehörde 40,228 Mio. Tonnen Rohöl importiert. Dies entspricht auf Tagesbasis einer Menge von 9,47 Mio. Barrel. Gegenüber dem Rekordwert im April sind die Importe damit um mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag gesunken. Eine Rolle dürften dabei die verschärften US-Ölsanktionen gegen den Iran gespielt haben. Die chinesischen Raffinerien dürften im April Käufe vorgezogen haben, bevor die von den USA gewährten Ausnahmen von den Sanktionen Anfang Mai ausliefen. Entsprechend geringer war die Nachfrage im Mai. Es ist daher aufschlussreicher, die Monate April und Mai zusammengenommen zu betrachten. In diesem Zeitraum lagen die Importe weiterhin bei über 10 Mio. Barrel pro Tag.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat sich nach dem Rückgang gestern – das gelbe Edelmetall war in der Spitze um 15 USD gefallen – bei rund 1.325 USD je Feinunze stabilisiert. Sowohl zum Preisrückgang als auch zur Stabilisierung hat US-Präsident Donald Trump beigetragen. Gold war zu Wochenbeginn nicht gefragt, nachdem Trump bekannt gab, die angedrohten Zölle gegen Mexiko vorerst nicht einzuführen. Gestern dann drohte Trump vor Journalisten im Weißen Haus, weitere Zölle gegen China zu verhängen, sollte sich Präsident Xi Jinping beim bevorstehenden G20-Gipfel nicht mit ihm treffen. Trump sprach von der Einführung von Zöllen in Höhe von 25% oder „von deutlich mehr als 25%“ auf chinesische Güter im Umfang von 300 Mrd. USD. Durch das Hin und Her in den verschiedenen Handelskonflikten und den damit verbundenen Unsicherheiten sollte Gold gut nachgefragt bleiben. Allerdings steht der jüngste Preisanstieg von Gold auf wackeligen Beinen, denn er war stark spekulativ getrieben. Laut CFTC-Statistik haben die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 4. Juni auf 96,2 Tsd. Kontrakte fast vervierfacht. Dies ist der höchste Wert seit über einem Jahr. Gold ist aus dieser Sicht damit anfällig für Gewinnmitnahmen. Eine wesentliche Stütze für den Goldpreis bleiben die Zentralbanken. Die chinesische Zentralbank (PBoC) hat eigenen Angaben zufolge im Mai fast 16 Tonnen Gold gekauft. Seit Dezember ist die PBoC damit wieder auf der Käuferseite unterwegs.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10

Industriemetalle: Die Industriemetalle stecken die neue Drohung von US-Präsident Trump gegen China (siehe Edelmetalle) gut weg. Sie erhalten heute Morgen sogar Auftrieb von freundlichen chinesischen Aktienmärkten. Laut Angaben einer chinesischen Nachrichtenagentur erlaubt die Zentralregierung in Peking den Provinzregierungen, ihre Ausgaben für Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Eisenbahnstrecken und Autobahnen zu erhöhen. Dies sollte die Nachfrage nach Industrierohstoffen unterstützen. Kupfer steigt daher wieder auf über 5.900 USD je Tonne, Zink verteuert sich auf gut 2.500 USD je Tonne. Schon gestern hatten sich die Metalle von ihrem teilweise starken Rückgang am Freitag erholt, was unter anderem auf die chinesische Handelsbilanz zurückzuführen war. Denn die chinesische Zollbehörde berichtete für Mai einen überraschend hohen Handelsbilanzüberschuss. Dieser speiste sich aus höheren Exporten und insbesondere deutlich geringeren Importen. Letztere machten sich auch bei Kupfer bemerkbar: China hat im Mai „nur“ 361 Tsd. Tonnen Kupfer eingeführt, 23% weniger als im Vorjahr. Allerdings hat China viel Kupfererz und -konzentrat importiert (1,84 Mio. Tonnen, +17% gegenüber Vorjahr), das es zu Kupferraffinade verarbeiten kann. Die Eisenerzeinfuhren lagen wiederum 11% unter Vorjahr, da in Brasilien nach dem Dammbruch Ende Januar weiterhin deutlich weniger Eisenerz produziert werden darf und auch in Australien die Produktion sowie der Transport wetterbedingt beeinträchtigt waren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Copper-Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Copper-Future Faktor: -5

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