Währung

Brexit: Politisches Hickhack geht in die nächste Runde

GBP – Wieder mal nix mit “garantiert absolut Brexit-frei”

Wir hatten insgeheim schon gehofft, dass wir diese Woche ein Daily mit dem Vermerk „garantiert absolut Brexit-frei“ schreiben können. Zu früh gefreut. Wir dürfen wieder auf die Brexit-Streckbank. Ja, es ist natürlich positiv für das Pfund, dass das Risiko eines Austritts ohne Abkommen auf ein Minimum gesunken ist. Aber das politische Hickhack geht in die nächste Runde. Eine erneute Abstimmung über die Austrittsvereinbarung von Boris Johnson mit der EU hat der Sprecher des Unterhauses gestern abgelehnt, da im Grunde genommen, so seine Argumentation, weder der Inhalt noch die Umstände jetzt anders gelagert wären, so dass zum zweiten Mal über die gleiche Sache abgestimmt worden wäre. Die Regierung muss jetzt erst die vom Parlament geforderte Gesetzgebung zum Austritt vorlegen, die erste Lesung fand bereits gestern Nachmittag statt. Denn aufgrund des großen Misstrauens, dass mittlerweile zwischen Regierung und Parlament herrscht, verlangt das Parlament zunächst die Abstimmung über die detaillierte Gesetzgebung in Großbritannien zum Austritt, bevor es über den Austrittsvertrag mit der EU votieren möchte.

Wie geht es jetzt weiter? Mit gutem Willen kann die Gesetzgebung in den kommenden Tagen noch verabschiedet werden, sofern keine unzähligen Amendments (bspw. Zollunion, neues Referendum u.a.) eingereicht werden, die das ganze Prozedere noch in die Länge ziehen. Boris Johnson drängt darauf, dass heute Abend das Parlament einmal über die Gesetzgebung (110 Seiten plus 125 Seiten Erklärungen) und zusätzlich über seinen Zeitplan abstimmt, dass alles bis Donnerstag durchgedrückt wird. Schließlich muss danach das Oberhaus auch noch zustimmen. Daraufhin müsste auch noch die EU das Abkommen mit Großbritannien vom letzten Donnerstag schnellstmöglich durchwinken und den Verlängerungsantrag ablehnen, so dass ein Brexit mit Austrittsabkommen (weicher Brexit) zum 31. Oktober noch möglich wäre – für das Pfund vermutlich das beste Szenario. Aber natürlich wird hierfür die Zeit sehr knapp. Die EU wird voraussichtlich so lange wie möglich warten, bevor sie der durch Johnson beantragten Verlängerung zustimmt, um sehen zu können, was sich in den nächsten Tagen in Westminster tut. Und das wird spannend, denn das britische Parlament kann die Gesetzgebung ablehnen, die damit vollkommen hinfällig wäre. Lehnt es nur den Zeitplan ab, wird es mit einem geordneten Brexit zum 31.10. nix mehr. Beides wäre ein Schlag ins Gesicht des Premierministers, wobei der größte Schlag natürlich wäre, wenn keine der beiden Abstimmungen heute positiv beschieden würde.

Aber zumindest existiert das Sicherheitsnetz „Verlängerung“. Das gibt dem Pfund aktuell eine Menge Sicherheit. Dennoch möchte ich angesichts der vielen Finten und Kehrtwendungen in der britischen Politik auch nicht allzu optimistisch werden. Denn geht es – mal wieder – in die Verlängerung, sind wir ja letzten Endes genauso schlau wie zuvor: dann wurde zwar kurzfristig ein harter Brexit vermieden, aber es gäbe auf absehbare Zeit wieder neue Unsicherheit, was Regierung, Parteien und Abgeordnete bis zum neuen Austrittsdatum an nächsten politischen Schachzügen ausbaldowern. Entsprechend käme das Pfund dann vermutlich doch wieder unter Druck.

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CAD – von Wahlergebnis unbeeindruckt

Kanadas Premierminister Justin Trudeau liegt ersten Prognosen zufolge bei den Wahlen zwar vorne, hat aber seine Mehrheit eingebüßt – anstelle der nur 155 gewonnen Sitze hätte er für die Mehrheit 170 benötigt. Er wird wohl eine Minderheitsregierung bilden und sich um Zustimmung der Neuen Demokratischen Partei (26 Sitze) bemühen müssen. Zwar macht diese Konstellation das Regieren für Trudeau etwas schwerer, aber Minderheitsregierungen sind in Kanada nichts Neues, außerdem dürfte diese relativ stabil sein.

Auf den CAD wird der Wahlausgang kaum Einfluss haben. Letztlich ist sowieso wichtiger, wohin die Reise bei der Bank of Canada (BoC) geht. Und für die hängt es im Wesentlichen davon ab, wie es im Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht. Und da sich hier Entspannung abzeichnet, auch wenn es nicht zu einem großen, umfangreichen Deal kommt, dürfte die BoC auf ihrer nächsten Sitzung Ende Oktober keinen Grund dafür sehen, ihre vorsichtig neutrale Haltung aufzugeben oder auch ihre Inflations- und Wirtschaftsprognosen im neuen geldpolitischen Bericht spürbar nach anzupassen. Sie wird, solange sich keine deutlichen stärkeren Bremsspuren des Handelskonflikts in Wirtschaft und Inflation abzeichnen, erst einmal abwarten, bevor sie ihre Haltung ändert, was dem CAD Unterstützung geben sollte. Vor allem, da die Fed ihren Leitzins weiter senken dürfte.

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CNY – Im „Ruhe-Modus“

„Der Deal mit China kommt voran, denn China will ihn“, erklärte US-Präsident Trump. Er gehe davon aus, dass am Rande des APEC-Gipfels im November in Chile ein Handelsabkommen unterzeichnet werde. Dem Vernehmen nach soll auch der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, inzwischen nicht mehr ausschließen, dass die für den 15. Dezember angesetzte Zollerhöhung gestrichen wird. Per se hört sich das alles positiv an. Doch am Devisenmarkt bewegte sich trotz dieser Nachrichten nicht allzu viel. Abermals scheint der Markt in einen Modus verfallen zu sein, in dessen Rahmen nur echte – positive oder negative – „Überraschungen“ an USD-CNY rütteln können. In den nächsten Tagen wird die vierte Plenarsitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und damit eine richtungsweisende politische Zusammenkunft stattfinden. Angesichts der Entwicklungen im Handelssektor und der Politik werden die Entscheidungsträger Chinas wohl weiterhin an einem stabilen Markt interessiert sein.

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HUF – Zentralbank klingt taubenhafter

Die ungarischen Währungshüter werden heute über ihre weitere Geldpolitik entscheiden. Eine formale Änderung des bisherigen Kurses oder der Lagebewertung wird nicht erwartet. In seiner September-Sitzung klang der geldpolitische Ausschuss (MPC) sehr gemäßigt und dehnte den Umfang seines Swap-Programms zur Erhöhung der Forint-Liquidität aus. Damit wurde die quantitative Lockerung aufgestockt. Der stellvertretende Notenbankchef, Márton Nagy, hat seitdem ebenfalls signalisiert, dass die Zentralbank (MNB) den Umfang ihres 300 Mrd. HUF schweren Programms zum Kauf von Unternehmensanleihen erweitern könnte, da die aktuelle Fazilität bis Januar 2020 vollständig aufgezehrt sein dürfte. Vor dem Hintergrund dieser Lockerungsstrategie betrachtet der MPC das derzeitige Überschießen der Inflation durchweg gelassen. Aktuell liegt die Teuerung nicht nur über dem Ziel, sondern die zugrunde liegenden Inflationsindikatoren der MNB haben sich im September auch weiter beschleunigt. Wir gehen davon aus, dass die Inflation im nächsten Jahr wieder unter das Ziel rutscht. Geschuldet ist dies dem Abschwung in mittel- und osteuropäischen Ländern und der permanent unter dem Ziel liegenden Kerninflation in der Eurozone. Daher deckt sich unsere Inflationsprojektion weitestgehend mit der MNB. Eine solch optimistische Einschätzung muss am Devisenmarkt jedoch nicht immer auf Gegenliebe stoßen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Teuerung über das Ziel hinausschießt. Und ist der Markt nicht überzeugt, wird der Forint zur Abwertung neigen, weil der Realzins Ungarns dann niedriger erscheint. Sollte auch der MPC heute bedingungslos taubenhaft klingen, gleichzeitig jedoch eine „datenabhängige Vorgehensweise“ suggerieren, dann würde das den Forint in den nächsten Monaten belasten. Sofern sich die Inflation im 1. Halbjahr 2020 tatsächlich wieder abschwächt, wird EUR-HUF unseres Erachtens in Richtung 325,00 zurückfallen.

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