Währung

Brexit: Hat sich May verpokert?

GBP: Die gestrige Abstimmung im britischen Parlament, die es nun erschwert, (finanzielle) Vorkehrungen für einen ungeordneten Brexit zu treffen, zeigt: mehr und mehr Abgeordnete auch ihrer eigenen Partei lassen sich von der Drohkulisse der Premierministerin eines „No-Deal“ nicht mehr beindrucken – sie wollen einfach keinen. Eine positive Abstimmung nächste Woche über das mit der EU verhandelte Austrittsabkommen ist trotzdem keinen Deut chancenreicher geworden, sondern May hat lediglich an Handlungsspielraum eingebüßt. Also bitte nicht das Pfund mit dem Gedanken kaufen, dass ein No-Deal Brexit nach der Abstimmung gestern weniger wahrscheinlich ist. Vorsicht vor falschen Hoffnungen!

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

EUR-USD: Die Eurozone kann zum Jahresauftakt nicht wirklich mit stimmungsaufhellenden Wirtschaftsindikatoren überzeugen. Die Inflationsentwicklung blieb im Dezember nur mäßig und das Verbrauchervertrauen trübt sich zusehends ein. Auf der anderen Seite des Atlantiks fehlen aufgrund des Shutdowns auf absehbare Zeit neue Informationen zur Konjunktur, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Denn das übergeordnete Thema ist sowieso die allgemeine Risikostimmung an den Märkten, weshalb alle Augen auf die Gespräche zwischen den USA und China gerichtet sind, wobei der große Durchbruch wohl nicht kommen wird. Deutet sich hier aber zumindest Entspannung an – Trump twitterte bereits, dass die Gespräche mit „China gut laufen“, weshalb die Aktienmärkte in Feierlaune sind -, dürften die globalen Rezessionsängste zurückgehen und sich die Stimmung an den Märkten verbessern. Geschieht das Gegenteil, werden die sicheren Häfen wieder zulegen, an vorderer Stelle Franken und Yen. Aber auch der Dollar würde in diesem Fall wieder steigen, obwohl er angesichts des in diesem Jahr auslaufenden Zinserhöhungszyklus der Fed nicht mehr der klassische Rettungsanker per se ist. Die FOMC Minutes vom Dezember werden deshalb heute Abend nur eine Randnotiz sein. Nach den Worten von Fed Chair Powell zum Wochenbeginn ist klar, dass die Fed auf die Konjunktur Rücksicht nehmen wird. Die Ausführungen in den Minutes sind damit überholt, zumal sie sowieso bereits einen leicht taubenhaften Touch haben dürften, nachdem sich die Dot Plots – die Zinserwartungen der einzelnen FOMC Mitglieder – abgeflacht haben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

CAD: Es gibt sicherlich Argumente dafür, dass die Bank of Canada (BoC) heute eine Zinspause einlegen könnte, wie von ¾ des Marktes erwartet. Denn sie blieb auf ihrer Sitzung im Dezember zwar bei ihrer restriktiven Haltung. Allerdings hörte sie sich etwas vorsichtiger an als noch im Oktober, als sie den Leitzins um 25 Bp auf 1,75% anhob. Sorgen bereiten ihr die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China, die die globale Nachfrage belasten könnten, und der niedrigere Ölpreis. Die BoC sieht eine etwas geringere Konjunkturdynamik in den kommenden Monaten. Insofern ist eine Zinspause im Januar nicht ausgeschlossen. Allerdings veröffentlicht die BoC heute auch ihren geldpolitischen Bericht mit den neuen Prognosen. Sowohl die Konjunkturdynamik als auch die Inflationsentwicklung rechtfertigen, dass die BoC heute den Leitzins noch einmal anhebt und erst danach eine Pause im Zyklus einlegt, sollte sie ähnlich wie die Fed wirklich einen vorsichtigeren Wachstumsausblick in Betracht ziehen. Außerdem wies die BoC auch im Dezember noch einmal darauf hin, dass der Zins in Richtung des neutralen Niveaus steigen müsse, um das Inflationsziel zu erreichen. Sie sollte meines Erachtens lieber jetzt die Gelegenheit nutzen und den Leitzins noch einmal anheben, bevor die Rezessionsängste am Markt noch mehr zunehmen, für den Fall, dass die aktuellen und künftigen Verhandlungen zwischen den USA und China letztlich doch keinen Durchbruch bringen. Das Mindeste, was ich erwarte, ist ein weiterhin deutlich restriktives Statement, was den CAD stützen sollte. Der CAD könnte eine Zinserhöhung durchaus verkraften, obwohl angesichts der Markterwartungen mit einem kräftigen Aufwärtsschub zu rechnen ist, sollte die BoC heute erhöhen. Denn solange USD-CAD über 1,28-1,30 bleibt, sollte das für die BoC zu verschmerzen sein.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1YW2 Long USD/CAD Faktor: 5
CV1YW4 Short USD/CAD Faktor: -5

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