Währung

Brexit: Gute Geste oder von Anfang an ein Bluff?

Brexit: gute Gesten und Inflationsängste

Immerhin, das Pfund konnte gestern etwas Boden gutmachen, nachdem die britische Regierung ankündigte, dass sie die umstrittenen Klauseln ihres Binnenmarktgesetzes, welche gegen die Nordirland-Abmachungen im EU-Austrittsvertrag verstoßen hätten, streichen werde. Die jedoch sehr verhaltene Reaktion des Marktes zeigt, dass dies nicht als Game-Changer in den Verhandlungen mit der EU angesehen wird. Die Mehrheit hatte offensichtlich von Anfang an angenommen, dass dies nur ein weiterer von Boris Johnsons Bluffs ist. Dass Johnson gegen das mit der EU abgeschlossene Austrittsabkommen und damit gegen internationales Recht verstoßen würde, das war ihm nun auch wirklich schwer zuzutrauen. Warum reagierte der Markt dann überhaupt auf die Nachricht? Ich denke, dass er dies als gute Geste seitens der Briten wertet und hofft, dass sich das wiederum positiv auf die Verhandlungen mit der EU auswirken könnte. Ob die EU das jedoch genauso sieht, ist zweifelhaft. Schließlich liegt die Vermutung nahe, dass auch sie das umstrittene Gesetz von Anfang an als Bluff verstanden hatte. Dann würde der Rückzieher nun wenig an ihrer Verhandlungsposition ändern. Allerdings ist es sicherlich nicht falsch, dass Johnson zu Beginn seines Treffens mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen heute Abend zunächst eine positive Nachricht auftischen kann.

Der Markt bereitet sich derweil auf das Schlimmste vor. Meine Kollegin wies gestern bereits auf die steigenden GBP-Risikoprämien hin. Aber die Brexit-Ängste hinterlassen auch an anderer Stelle Spuren. So deuten die jüngst nach oben geschossenen Inflationserwartungen darauf hin, dass der Markt einen dauerhaften Inflationsschock durch den Brexit fürchtet. Das ist nicht trivial. Kurzfristig dürfte ein Ausstieg aus dem EU-Binnenmarkt, der mit höheren Kosten im Handel einhergehen wird, sicherlich teilweise inflationär wirken, wohl aber nicht dauerhaft (die Preise sind irgendwann um die Kosten angepasst). Auch eine stärkere Pfund-Abwertung würde die Inflation nur temporär steigen lassen. Ich kann mir die höheren Inflationserwartungen nur damit erklären, dass der Markt eine aktive Fiskalpolitik annimmt, die die Folgen des Brexits abfedern muss, was aber langfristig zu einer höheren Inflation führen würde. Da die Bank of England wie viele andere große Notenbanken zukünftig weniger sensibel auf höhere Inflation reagieren dürfte, wäre ein weiterer Anstieg der Inflationserwartungen schlecht für das Pfund.

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Zinssenkungsspielraum der Riksbank

Obwohl Schweden mittlerweile eine der höchsten Infektionsraten mit Covid-19 in Europa aufweist, hält sich die schwedische Währung wacker. Gestern kam die Krone zwar mal etwas stärker unter Druck. Sie bleibt jedoch der Outperformer unter den G10-Währungen mit einem Plus von etwa 2% gegenüber dem Euro seit Jahresanfang. Zum Teil dürfte dies damit zu tun haben, dass die Regierung auch weiterhin auf harte Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen verzichtet, die die Wirtschaft stärker treffen würden, wobei nicht klar ist, wie lange sie an dieser Strategie noch festhalten wird. Zum anderen wird der Riksbank offensichtlich geldpolitisch nicht mehr viel zugetraut, zumindest nichts, was SEK-relevant wäre. Zwar hat sie in ihrer letzten Sitzung ihr Anleihekaufprogramm etwas stärker ausgeweitet als erwartet wurde. Doch vor einer Zinssenkung schreckte sie erneut zurück, womit sie neben Bank of Japan und EZB, eine der wenigen Notenbanken ist, die ihre Zinsen in dieser Krise nicht gesenkt hat. Und das obwohl klar ist, dass sie noch über Zinssenkungsspielraum verfügt. So befindet sich der schwedische Leitzins aktuell nicht auf seinem historischen Tief. Aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll des geldpolitischen Rates geht nun hervor, dass über einen Zinsschritt diskutiert wurde. Und auch Riksbank-Gouverneur Stefan Ingves wies gestern erneut darauf hin, dass der Leitzins in Schweden schon mal tiefer lag. Doch da die Riksbank bereits derart lang mit einer Zinssenkung gewartet hat, erscheinen signifikante und damit SEK-schädliche Zinssenkungen zunehmend unwahrscheinlich. Die gestrige SEK-Schwäche als Reaktion auf Ingves Äußerungen dürfte sich daher als nicht mehr als ein kleiner Schreckmoment erweisen.

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CNY: Niedrige Inflationsdaten

Chinas Inflation auf Verbraucherebene ist zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise in den negativen Bereich gefallen. Im November lag die Teuerung im Jahresvergleich bei -0,5%. Das ist weitgehend auf den Rückgang der Lebensmittelpreise, insbesondere der Schweinefleischpreise, zurückzuführen. Ohne Berücksichtigung der Lebensmittel- und Energiepreise bleibt die Kerninflation gedämpft, aber in den letzten Monaten im Allgemeinen stabil. Für die Märkte stellt sich die Frage, ob die PBoC den politischen Neutralisierungsprozess aufgrund der extrem niedrigen Inflation verlangsamen könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint dies unwahrscheinlich, da die chinesischen Entscheidungsträger bereits die Maßnahmen zum Schuldenabbau intensiviert und mit der Straffung der Eigentumsverhältnisse begonnen haben. Sicherlich wird Peking die Gesamtpolitik sorgfältig kalibrieren. Darüber hinaus wird die bevorstehende Central Economic Work Conference, die die Weichen für das kommende Jahr stellen soll, eine klarere und detailliertere Antwort geben. Für die Wirtschaft bedeutet eine Neutralisierung der Politik, dass sich eine nachlassende Dynamik abzeichnet, was auch darauf hindeutet, dass die Wechselkurse des CNY irgendwann Gegenwind bekommen werden.

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