Rohstoffe

Brexit-Chaos ohne Auswirkungen auf Rohstoffpreise

Energie: Der Brentölpreis steigt am Morgen auf ein 4-Monatshoch von 68 USD je Barrel. Gleiches gilt für WTI mit 58,5 USD. Die Produktionskürzungen der OPEC, unfreiwillige Angebotsausfälle in Venezuela, eine weiterhin robuste Ölnachfrage in China und die Aussicht auf ein weiter fallendes Ölangebot aus dem Iran geben den Preisen Rückenwind. Darüber hinaus berichtete das US-Energieministerium einen stärker als erwarteten Abbau der US-Rohöl- und Benzinvorräte in der letzten Woche um 3,9 Mio. bzw. 4,6 Mio. Barrel. Zudem wurde vom DOE ein Rückgang der US-Rohölproduktion auf 12 Mio. Barrel pro Tag gemeldet, was allerdings im Einklang mit der gesenkten Produktionsprognose der EIA am Vortag steht. Die Netto-Rohölimporte blieben im Wochenvergleich unverändert, weil Importe und Exporte gleich stark fielen. Die Rohölverarbeitung stieg nur geringfügig, was zusammen mit einer höheren Nachfrage den Lagerabbau bei Benzin begünstigte. China hat im Januar und Februar laut Daten der Nationalen Statistikbehörde zusammengenommen 102,49 Mio. Tonnen Rohöl verarbeitet, 6,1% mehr als im Vorjahr. Das entspricht einer tagesdurchschnittlichen Verarbeitung von 12,68 Mio. Barrel und stellt damit ein Rekordniveau dar. Die bis zuletzt sehr hohen Rohölimporte hatten dies bereits angedeutet. Während China weiterhin viel Rohöl nachfragt, wollen die USA gut informierten Quellen zufolge erreichen, dass  die iranischen Ölexporte ab Mai auf weniger als 1 Mio. Barrel pro Tag sinken. Dies würde einem Rückgang um etwa 20% vom gegenwärtigen Niveau bedeuten. Im Mai laufen die Ausnahmen von den US-Sanktionen aus, die den Abnehmern von iranischem Öl gewährt worden sind. Es scheint sich also abzuzeichnen, dass diese zwar verlängert, aber weniger generös ausfallen werden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die britischen Abgeordneten haben gestern Abend wie erwartet abgelehnt, dass Großbritannien ungeordnet und ohne Abkommen aus der EU ausscheidet. Nun wird heute darüber abgestimmt, ob das Austrittsdatum verschoben werden soll. Der Abstimmungsentwurf der Regierung sieht vor, dass die Austrittsfrist einmalig und nur kurz bis Ende Juni verlängert wird. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das Parlament bis nächsten Mittwoch den schon zweimal abgelehnten Brexit-Entwurf in einer dritten Abstimmung doch noch absegnet. Dies scheint nicht sonderlich realistisch. Zudem birgt eine Verlängerung des Austrittsdatums Konfliktpotenzial mit der EU. Denn die EU hat sich für eine längere Verschiebung ausgesprochen. Dann müsste Großbritannien aber auch an den Europa-Wahlen im Mai teilnehmen. Es bleibt also weiterhin vieles im Unklaren. Die nächsten beiden Wochen dürften daher spannend werden. Die Teilnehmer am Goldmarkt scheinen aber hinsichtlich des Brexit abgestumpft und das Thema leid zu sein. Gold hat gestern seine Gewinne zwar ausgebaut, wozu auch der schwächere US-Dollar beigetragen hat, gibt diese heute Morgen aber bereits wieder ab. Es handelt wieder bei rund 1.300 USD je Feinunze. Silber entwickelt sich erneut schwächer als Gold. Gestern legte es nicht so kräftig zu, heute fällt es sogar stärker. Das Gold/Silber-Verhältnis ist daher wieder auf 85 gestiegen. Silber weist nach wie vor kein Eigenleben auf, auch mangels Silber spezifischer Nachrichten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die heute Morgen vom Nationalen Statistikbüro (NBS) in China veröffentlichten Konjunkturdaten für Januar und Februar bremsen den Preisanstieg der Metalle aus. Denn die Industrieproduktion hat deutlich und stärker als erwartet an Dynamik verloren. Sie lag nur noch bei +5,3%, was der schwächste Wert seit fast zehn Jahren ist. Die Anlageinvestitionen legten zwar leicht zu, bleiben allerdings auf niedrigem Niveau. Nach den schwachen Handelsdaten Ende letzter Woche waren eher schwächere Konjunkturdaten zu erwarten. Darauf hatten wir auch in unserer TagesInfo Rohstoffe vom 8. März hingewiesen. Da auch die Einzelhandelsumsätze stark an Dynamik verloren haben, überwiegen heute Morgen bei den Marktteilnehmern Nachfragesorgen. Dass die chinesische Regierung Anfang des Monats auf dem Nationalen Volkskongress ein umfangreiches Steuersenkungspaket angekündigt hat, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, spielt offenbar keine Rolle. Während die Nachfrage möglicherweise schwächelt, wurde das Angebot stark ausgeweitet, was heute Morgen ebenfalls auf den Preisen lastet. Das NBS berichtet, dass in China in den letzten beiden Monaten rekordhohe Mengen Aluminium (5,69 Mio. Tonnen) und Stahl (149,58 Mio. Tonnen) produziert wurden. Und dies, obwohl es eigentlich noch Produktionsbeschränkungen während der Wintermonate gibt. Die fallen diese Saison aber offenbar sehr lax aus bzw. wurden nicht umgesetzt. Die Wintersaison in China geht in diesen Tagen zu Ende.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.