Rohstoffe

Bessere Zeiten für Silber?

Energie: Die Ölpreise befinden sich weiter im Konsolidierungsmodus. Preisbelastend ist am Morgen der stärker als erwartete Anstieg der US-Rohöl- und Benzinlagerbestände, der gestern nach Handelsschluss vom API berichtet wurde. Die offiziellen Lagerdaten werden vom US-Energieministerium heute Nachmittag veröffentlicht. Die Rede von US-Präsident Trump zur Lage der Nation enthielt keine Neuigkeiten für den Ölmarkt. Trump betonte, dass man den Iran nicht aus den Augen lassen werde. Neue Drohungen gegen Venezuela gab es hingegen nicht. Die US-Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor dürften aber schon kurzfristig zu einem Rückgang der Öllieferungen führen. Im Unterschied zum Iran sind die Europäer hier mit im Boot. Aufgrund des extraterritorialen Charakters der US-Sanktionen werden auch andere Länder davor zurückschrecken, Öl aus Venezuela zu kaufen. Zuletzt lagen die venezolanischen Ölexporte bei ca. 1 Mio. Barrel pro Tag. Davon ging etwa die Hälfte in die USA. Zumindest diese Menge dürfte wegfallen. Bislang hat der Preis darauf noch nicht nennenswert reagiert. Gleichen die anderen OPEC-Länder diesen Ausfall nicht aus, könnte der Ölmarkt allerdings schnell unterversorgt sein und der Preis entsprechend steigen. Im ersten Halbjahr 2018 engte sich der Markt spürbar ein, weil der sich beschleunigende Produktionsrückgang in Venezuela von den anderen OPEC-Ländern nicht ausgeglichen wurde. Erst bei der OPEC-Sitzung im Juni entschied man sich dazu, den Ölhahn aufzudrehen. Da war der Brentölpreis bereits auf knapp 80 USD gestiegen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die Edelmetalle werden durch einen etwas festeren US-Dollar in Schach gehalten und geben daher heute Morgen leicht nach. Nach seinem Ausflug über die Marke von 16 USD je Feinunze zum Monatswechsel notiert Silber mittlerweile wieder bei 15,8 USD. Das Silver Institute hat sich gestern zu den Markttrends in diesem Jahr geäußert. Nach einem schwierigen letzten Jahr sieht es 2019 ein besseres Umfeld für Silber. Wegen der Volatilität an den Aktienmärkten dürften demnach Investoren nach alternativen Anlagemöglichkeiten wie zum Beispiel Edelmetalle Ausschau halten, was die Investmentnachfrage nach Silber treiben sollte. Gefragt seien demnach Silbermünzen und ETPs. Bei letzteren erwartet das Silver Institute in diesem Jahr Zuflüsse von 8 Mio. Unzen, womit fast die gesamten Abflüsse des letzten Jahres aufgeholt würden. Das langsamere Vorgehen der US-Notenbank Fed spielt bei der besser erwarteten Silbernachfrage ebenfalls eine Rolle. Das Silver Institute geht davon aus, dass die Silbernachfrage 2019 generell breit aufgestellt ist. So soll die industrielle Nachfrage, die für 60% der gesamten Nachfrage steht, leicht zulegen. Dabei soll auch die Photovoltaikindustrie unterstützen, da nach wie vor viele Solarzellen installiert würden. Auch für die Schmucknachfrage erwartet das Silver Institute ein solides Jahr. Da die Silberminenproduktion fallen und das Angebot an Altsilber nur leicht zulegen soll, wird der globale Silbermarkt laut Einschätzung des Silver Institute in diesem Jahr ausgeglichen sein. Dies sollte unseres Erachtens neben dem steigenden Goldpreis eine Erholung des Silberpreises begünstigen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Kupfer ist gestern um 1% auf ein 2-Monatshoch von 6.240 USD je Tonne gestiegen. Offenbar hat die gute Stimmung der Marktteilnehmer, die sich in steigenden Aktienmärkten widerspiegelte, auch zu Kupfer-Käufen geführt. Allerdings dürfte der Preisanstieg zu einem großen Teil spekulativ getrieben sein. Denn schon in der letzten Woche haben die spekulativen Marktteilnehmer laut LME-Statistik ihre Wetten auf steigende Kupferpreise deutlich ausgeweitet. Dies dürfte sich in dieser Woche bislang fortgesetzt haben. Seit letztem Samstag gelten in der EU endgültige Schutzmaßnahmen bei Stahlimporten. Diese basieren auf einem länder- und produktspezifischen Quotensystem und sollen bis Mitte 2021 in Kraft bleiben. Sie lösen vorläufige Zölle ab, die die EU-Kommission im Juli in Reaktion auf die US-Zölle auf Stahl erhoben hatte. Denn laut Angaben der EU-Kommission haben die US-Zölle dazu geführt, dass mehr Stahl in die EU „umgeleitet“ wurde. Dem Verband der europäischen Stahlproduzenten, Eurofer, gehen die Maßnahmen angesichts des Ausblicks für die Stahlnachfrage in Europa nicht weit genug. Der Verband erwartet in der EU für 2019 und 2020 ein Wachstum der Stahlnachfrage von lediglich 0,5% bzw. 1,2%. 2018 sei die EU-Stahlnachfrage demnach um 2,6% gestiegen, wobei hiervon vor allem Anbieter aus Nicht-EUStaaten profitiert hätten. Diese hätten im letzten Jahr deutlich mehr Stahl in die EU verschifft. Die globale Stahlnachfrage soll dieses Jahr immerhin noch um 1,4% wachsen – so sieht es zumindest der Weltstahlverband. Besonders stark sieht der Verband in diesem Jahr Indien.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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