Rohstoffe

Benzin könnte wieder teurer werden

Energie: Falls heute nichts Außergewöhnliches passiert, dürften die Ölpreise in dieser Handelswoche ein deutliches Minus einfahren. Daran änderte auch die Verlängerung der Produktionskürzungen durch die OPEC+ zu Wochenbeginn nichts. Eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten aus den USA, China und Europa schürte neue Nachfragesorgen. Der Lagerbericht des US-Energieministeriums zu Wochenmitte sorgte für zusätzliche Verunsicherung, da insbesondere die Daten zur Nachfrage wenig überzeugend ausfielen. So lag die US-Benzinnachfrage in der letzten Woche knapp 4% unter dem Niveau des Vorjahres.

Nach der Schließung der größten Raffinerie an der US-Ostküste infolge eines Großbrandes und einer Explosion vor zwei Wochen fehlen dort Verarbeitungskapazitäten von 335 Tsd. Barrel pro Tag. Die US-Energiebehörde schätzt, dass dadurch an der Ostküste 160 Tsd. Barrel pro Tag an Benzin und 100 Tsd. Barrel pro Tag an Mitteldestillaten fehlen. Dies hat insbesondere für Benzin beträchtliche Auswirkungen. Denn auf den Ostküstendistrikt entfallen etwas mehr als ein Drittel der US-Benzinnachfrage und mehr als 70% der US-Benzinimporte. Ein Teil des zusätzlichen Benzinbedarfs kann durch die US-Golfküste abgedeckt werden, wo es einen Überschuss gibt. In der Folge dürften die US-Benzinexporte sinken. Aber auch Europa dürfte als Lieferant in Frage kommen. Wahrscheinlich auch deshalb sind die ARA-Benzinvorräte in dieser Woche um 9,4% gefallen, was dem stärksten Wochenrückgang seit Mitte Mai entsprach. Noch sind die ARA-Benzinvorräte mit gut 1,1 Mio. Tonnen auf einem komfortablen Niveau. Dies könnte sich bei fortgesetzten Abflüssen in Richtung US-Ostküste aber schnell ändern. Der Ausfall der Raffinerie könnte daher in Europa zu höheren Benzinpreisen führen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold zeigt sich im Vorfeld des offiziellen US-Arbeitsmarktberichtes weitgehend unverändert und handelt am Morgen bei 1.415 USD je Feinunze. Die US-Arbeitsmarktdaten, die heute Nachmittag veröffentlicht werden, dürften eine starke Indikation geben, wann die US-Notenbank Fed die Zinsen senkt. Sollte der Arbeitsmarktbericht im Rahmen der Erwartungen liegen oder sogar schwächer ausfallen, dürfte die erste Zinssenkung schon auf der Sitzung Ende Juli erfolgen. Werden hingegen starke Daten berichtet, wird die Fed wohl bis September warten. Der Markt hat eine Zinssenkung im Juli voll eingepreist. Um einen Einfluss auf den EUR-USD-Wechselkurs und damit auch auf den Goldpreis zu haben, müsste der Arbeitsmarktbericht aber wohl deutlich von den Erwartungen abweichen. Mittel- bis langfristig sollte Gold von der lockereren Geldpolitik der Fed und auch EZB profitieren. Unsere Volkswirte erwarten mittlerweile, dass die EZB die Zinsen auf ihrer nächsten Sitzung, die kurz vor der Fed-Sitzung stattfindet, sogar um 20 Basispunkte senken wird. Damit dürften die Anleiherenditen noch weiter fallen. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen ist gestern erstmals unter den Einlagesatz der EZB (-0,4%) gerutscht. Heute Abend wird die CFTC-Statistik zeigen, ob die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen bei Gold nochmals ausgeweitet haben. Die schon zuvor optimistische Positionierung birgt die Gefahr von Gewinnmitnahmen und damit Preisrücksetzern, sollte die Stimmung der Anleger drehen. Sobald einige dieser kurzfristig orientierten Anleger aus dem Markt rausgeschüttelt werden, dürfte dies den Weg für weitere Preissteigerungen frei machen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10

Industriemetalle: In einem ruhigen Handel – die US-Märkte waren wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen – haben sich die Metallpreise gestern kaum bewegt. Auch heute Morgen geht es gemächlich zu. Kupfer handelt bei rund 5.900 USD je Tonne. In China hat der zweitgrößte Kupferproduzent angekündigt, wegen niedriger Schmelz- und Verarbeitungsgebühren (sog. TC/RCs) Wartungsarbeiten in einer Schmelze zu verlängern. Die Gebühren sind in den letzten Monaten deutlich gefallen und liegen Industriekreisen zufolge am Kassa-Markt nur noch bei rund 60 USD je Tonne, was dem niedrigsten Wert seit November 2012 entspricht. Seit Jahresbeginn sind sie um ein Drittel gefallen. In den letzten Wochen hatten schon kleinere Schmelzen in China ihre Kupferproduktion gedrosselt, da sie wegen der niedrigen Schmelzgebühren Verluste machen. Die fallenden Gebühren sind Folge eines angespannten Marktes für Kupferkonzentrat. Wegen verschiedener Probleme in Minen wie zum Beispiel in Chile und Peru ist das Angebot von Kupfererz und -konzentrat derzeit knapp. Hinzu kommt, dass die Schmelzkapazitäten in China stark ausgeweitet werden, so dass immer mehr Schmelzen um das knappere Angebot konkurrieren. Wir gehen davon aus, dass weitere Schmelzen ihre Produktion einschränken, sollten sich die Gebühren nicht bald wieder erholen. Die Probleme werden etwas abgemildert, da die Jahreskontrakte für die Schmelz- und Verarbeitungsgebühren für 2019 weit im Voraus mit gut 80 USD je Tonne abgeschlossen wurden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7K Long Kupfer-Future Faktor: 6
CJ3D7S Short Kupfer-Future Faktor: -6

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