Rohstoffe

Ausverkauf bei Edelmetallen setzt sich fort

Energie: USA wieder Netto-Ölexporteur, US-Erdgaspreis steigt deutlich

Nachdem der Preis für ein Barrel Brentöl in der letzten Woche nochmals versucht hatte, in Richtung seiner alten Handelsspanne bei 45 USD zu klettern, rutscht er diese Woche wieder ab. Zum einen bleibt das Umfeld mit zunehmender Risikoaversion infolge steigender Corona-Infektionszahlen und einem entsprechend starken US-Dollar schwierig. Zum anderen geben die ölmarktspezifischen Meldungen wenig Anlass für Optimismus. Neben der Nachricht der Woche, dass Libyen an den Ölmarkt zurückkehrt und inzwischen den dritten Ölhafen wieder öffnet, dämpft der durchwachsene US-Lagerbericht Hoffnungen auf einen schnellen Abbau des Überangebots in der ersten Jahreshälfte. Die US-Rohölvorräte sanken zwar, allerdings mit 1,6 Mio. Barrel gegenüber Vorwoche geringer als erwartet. Der Abbau war unter anderem höheren Exporten zu verdanken; einschließlich der Ölprodukte waren die USA damit in der letzten Woche wieder Nettoexporteur. Der Abbau der Produktvorräte mit einem Minus von 4 Mio. Barrel bei Benzin und 3,4 Mio. Barrel bei den Destillaten war auf den ersten Blick eine positive Überraschung. Die dahinter liegende Nachfragedynamik bleibt aber nach wie vor sehr schwach. Die tägliche US-Benzinnachfrage liegt noch immer 9% bzw. gut 800 Tsd. Barrel niedriger als im Vorjahr. Die in den USA deutlich unbedeutendere Destillatenachfrage machte den Einbruch in der Vorwoche immerhin wett. Trotz des stärksten Lagerabbaus seit Beginn der Coronakrise sind die Destillatevorräte gut 20% höher als üblich. Sie lasten damit schwer auf den Margen; die gestrige Meldung, dass China seine Dieselexporte im August im Vormonatsvergleich verdoppelt hat, “komplettiert” eigentlich nur das momentan desaströse Bild am Dieselmarkt.

Am US-Gasmarkt sucht man weiter nach Orientierung und stuft den Preisverfall der letzten Tage offenbar als überzogen ein: Gestern sprang der Preis für den nächstfälligen Terminkontrakt für Henry Hub (Oktober-Fälligkeit) um 16% auf rund 2,2 USD je mmBtu nach oben. Die einen verweisen dabei auf den deutlich teureren Novemberkontrakt, die anderen – wie wir gestern – auf die stärkere Nachfrage und die fallende Produktion. Der heutige US-Lagerbericht verspricht daher in dieser volatilen Woche Spannung.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
SB3Q6HLongNatural Gas FutureFaktor: 5
SB5B65ShortNatural Gas FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold weiter massiv unter Druck, Crash bei Silber

Was am Montag als vermeintlich kurzzeitiger Rücksetzer begann, entpuppt sich an den Edelmetallmärkten mehr und mehr als Ausverkauf. Gold fiel am Morgen auf ein 2-Monatstief von 1.850 USD je Feinunze, womit sich der Verlust seit Wochenbeginn auf rund 100 USD summiert. Die Verluste allein auf den starken US-Dollar zurückzuführen, würde zu kurz greifen. Sicher, der US-Dollar hat weiter aufgewertet, aber nicht in dem Ausmaß, um den Absturz bei Gold rechtfertigen zu können. Dies wird daran deutlich, dass auch der Goldpreis in Euro auf ein 2-Monatstief von 1.590 EUR je Feinunze abgestürzt ist. Hier beläuft sich das Minus seit Wochenbeginn auf rund 60 EUR. Noch dramatischer ist der Absturz bei Silber, das gestern um knapp 7% und heute zeitweise um weitere 5% bis auf 21,7 USD je Feinunze in die Tiefe rauschte. Das Minus seit Wochenbeginn erreichte am Morgen mit knapp 20% fast das Ausmaß eines Bärenmarktes. Das Gold/Silber-Verhältnis sprang daraufhin in der Spitze auf 85. Zu Wochenbeginn lag es noch bei 74. Sowohl Gold als auch Silber sind mittlerweile überverkauft. Der RSI von Gold lag am Morgen bei 31, der von Silber bei 25. Das sind Niveaus, die zuletzt während des Ausverkaufs Mitte März erreicht wurden. Damals ging es mit den Preisen kurz darauf deutlich nach oben. Die inzwischen erreichten 100-Tagelinien könnten die Basis für eine fällige Gegenbewegung sein. Dass die Preise in den kommenden Wochen eher deutlich höher als niedriger notieren werden, liegt für uns auf der Hand. Denn an dem für Gold und Silber positiven Umfeld hat sich seit Wochenbeginn nichts geändert. Ob der US-Dollar angesichts der auf Jahre ultra-expansiven Geldpolitik der US-Notenbank seine jüngsten Gewinne wird behaupten oder gar ausbauen können, darf zumindest bezweifelt werden. Auch Platin und Palladium sind mit in den Abwärtssog geraten. Platin hat seit Wochenbeginn 100 USD verloren und handelte zeitweilig bei 830 USD je Feinunze, Palladium notiert 200 USD tiefer als am Montag bei rund 2.200 USD je Feinunze.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Nickelmarkt trotz langfristiger Perspektiven noch im Überschuss

Auf dem Battery Day von Tesla am Dienstag wurde verkündet, dass man künftig auf kobaltfreie (und dafür stark nickelhaltige) Batterien setzt. Neben Kobalt dürften die Äußerungen auf dem Battery Day auch auf der Stimmung und den Preisen bei Lithium lasten, weil der Autohersteller nun auch eine eigene kostengünstige Lithiummine in Nevada betreiben möchte. Allerdings sind die Preise für Lithium (Karbonat und Hydroxid) seit 2017 ohnehin nahezu ununterbrochen gefallen und liegen aktuell teilweise fast 80% unter ihren jeweiligen Hochs auf dem Niveau der Jahre 2013-14 vor dem eigentlichen Elektroauto-Boom. So gesehen dürfte also vom Trend weg vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität vor allem Nickel profitieren, das zugleich als “das günstigste Metall mit der höchsten Energiedichte angepriesen wurde. Die guten Nachrichten für Nickel sind auch bitternötig denn der Nickelmarkt bleibt stark überversorgt. Laut der International Nickel Study Group (INSG) hat der globale Nickelmarkt in den ersten sieben Monaten des Jahres einen massiven Überschuss von über 91 Tsd. Tonnen verzeichnet. Vergleicht man es mit der gesamten Nachfrage von 1.288 Tsd. Tonnen in diesem Zeitraum wird einem das Ausmaß der Überproduktion von 7% bewusst. Im Vorjahreszeitraum hatte der Markt noch ein Angebotsdefizit von 35,4 Tsd. Tonnen gezeigt. Der Überschuss hat sich im Juli auf rund 9 Tsd. Tonnen verringert, bleibt aber recht hoch. Ausschlaggebend war der coronabedingte Rückgang der Nachfrage um über 100 Tsd. Tonnen ggü. Vorjahr. Die LME-Lagerbestände für Nickel bleiben wohl deshalb mit über 236 Tsd. Tonnen recht hoch. Neben den schwächeren Fundamentaldaten setzen die weiterhin hohen Neuinfektionszahlen weltweit, die Risk-Off Stimmung an den Finanzmärkten und der stärkere US-Dollar dem gesamten Metallsektor in den letzten Wochen stark zu, wobei sich der Nickelpreis von seinem Hoch Anfang September um fast 10% gefallen ist. Die positiven langfristigen Aussichten, die wir teilen, können also nicht über kurzfristige (Überversorgungs-)Probleme hinweg täuschen.