Währung

Auge um Auge, Zoll um Zoll

USD: Die Trump-Administration lässt es eindeutig auf einen Handelskrieg ankommen. Nachdem China vergangene Woche, wie angekündigt, Gegenmaßnahmen gegen US-Zölle auf chinesische Waren eingeleitet hatte und damit nicht auf die Forderungen der US-Partner eingegangen ist, prüft Washington nun weitere Strafzölle auf chinesische Importe. Die jüngste Erholung an den Märkten hat heute früh entsprechend erst einmal ein jähes Ende genommen. Erneut dürften Investoren nun auf die Reaktion aus Peking warten. Klar ist: sollte die chinesische Regierung erneut mit Gegenmaßnahmen reagieren, würden wir von einem Handelsstreit zu einem Handelskrieg zwischen den beiden Großnationen wandern, der wohl letztlich darin enden würde, dass beide Seiten komplett alle Waren des jeweils anderen mit Zöllen belegen. Dies hätte – darin sind sich alle Experten einig – negative Auswirkungen auf die Wirtschaft beider Länder.

Einige Beobachter argumentieren, dass die chinesische Wirtschaft letztlich stärker zu leiden hätte, da sie mehr Waren in die USA liefert als andersherum. Allerdings hat die chinesische Führung bereits Hilfen für Unternehmen, die von den US-Zöllen betroffen sind, in Aussicht gestellt. Angesichts der verschiedensten Steuerungsinstrumente, die Peking zur Verfügung stehen, ist davon auszugehen, dass die Regierung die realwirtschaftlichen Auswirkungen bestmöglich abfedern wird. Auch die Notenbank signalisierte in dieser Hinsicht bereits ihre Bereitschaft (siehe unten). Auf der US-Seite sieht das etwas anders aus. Anstatt den von Strafzöllen betroffenen Unternehmen ähnliche Unterstützung anzubieten, hatte Präsident Trump US-Firmen, die im Zuge des Handelsstreits eine Verlagerung ihrer Produktion ins Ausland planen, eher weitere Strafmaßnahmen angedroht. Vor diesem Hintergrund drohen also weitaus größere Verzerrungen und Umverteilungen in der US-Wirtschaft, die natürlich auch Anpassungskosten mit sich bringen. Die Implikationen des Handelskriegs für den US-Dollar bleiben damit schwierig zu ermessen. Denn ein schwächeres Wachstum würde für eine vorsichtigere Vorgehensweise der US-Notenbank sprechen und damit einen schwächeren Dollar, während der inflationäre Effekt der Importzölle eher höhere Zinsen und eine stärkere US-Währung nach sich ziehen sollte.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CV33R3 Call EUR/USD Hebel: 14,3
CV8XA3 Put EUR/USD Hebel: 15,6

CAD: Der Zinsschritt der Bank of Canada (BoC) heute ist am Markt eingepreist und wird die CAD-Wechselkurse kaum bewegen. Für die Währung kommt es vielmehr darauf an, wie optimistisch sich die Notenbank in Bezug auf den Konjunktur- und Inflationsausblick äußert, und wie schnell damit weitere Zinserhöhungen anstehen. Angesichts des sich zuletzt eher verschärfenden Handelsstreits der USA mit China, könnten die Sorgen der BoC zugenommen haben, dass auch die Spannungen mit den USA im Rahmen der NAFTA-Verhandlungen steigen. Im Zuge der jüngsten Wahlen in Mexiko sind diese allerdings aktuell quasi auf Eis gelegt. Mit den im Herbst anstehenden US-Zwischenwahlen wird sich ein Abschluss der Gespräche vor Ende des Jahres als schwierig erweisen. Damit ist es aber auch schwierig für die BoC, die Effekte des Handelsstreits in ihren Prognosen zu berücksichtigen. Insofern dürfte sie ihre Wachstumsprognosen, wenn überhaupt, nur moderat nach unten revidieren. Das könnte den CAD heute etwas stützen. Insgesamt werden sich Investoren angesichts der anhaltenden NAFTA-Unsicherheit in Bezug auf die kanadische Währung aber weiterhin vornehm zurückhalten – zumindest vorerst.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1ZVJ Call EUR/CAD Hebel: 46,1
CE1Y6K Put EUR/CAD Hebel: 35,7

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