Rohstoffe

Auf der Suche nach (sicherem) Hafen

Energie: Die Ölpreise legten gestern merklich zu. Sie profitierten von der Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten, die sich in steigenden Aktienmärkten und Anleiherenditen widerspiegelt. Der Brentölpreis nähert sich wieder der Marke von 60 USD je Barrel. WTI kostet mehr als 56 USD und hat den Preisabstand zu Brent auf 3,5 USD weiter verringert. Das im dritten Quartal bestehende beträchtliche Angebotsdefizit am Ölmarkt spricht unseres Erachtens für einen Brentölpreis von mehr als 60 USD.

Nach der Freigabe des mittlerweile in “Adrian Darya 1” umbenannten iranischen Öltankers durch die britischen Behörden in Gibraltar hat US-Außenminister Pompeo diese Entscheidung scharf kritisiert. Der Iran hat die USA daraufhin gewarnt, ihrerseits den Tanker festzusetzen und in diesem Fall mit schweren Konsequenzen gedroht. Die Androhung von Sanktionen gegen potenzielle Abnehmer für das auf dem Tanker geladene Öl erfüllt aus Sicht der USA aber ebenfalls den Zweck. Denn es ist mehr als fraglich, dass sich unter den Mittelmeeranrainern ein williger Käufer findet, der dieses Risiko bereit ist einzugehen. Aktuell steht Griechenland im Fokus der US-Regierung, auf das die Adrian Darya 1 Kurs zu nehmen scheint. Syrien scheidet als Käufer ebenfalls aus, nachdem der Iran vor der Freigabe entsprechende Zusicherungen geben musste. Dem Öltanker droht daher in den kommenden Wochen eine Irrfahrt im Mittelmeer mit ungewissem Ausgang. Dass China das Öl kaufen wird, ist ebenfalls unwahrscheinlich. Gerade erst hat ein chinesisches Unternehmen angekündigt, wegen der US-Sanktionen kein venezolanisches Öl mehr kaufen zu wollen. Laut Bloomberg-Daten hat China im Juli zudem nur noch sehr begrenzte Mengen Öl aus dem Iran importiert. Dies zeigt, dass auch China die US-Sanktionen gegen den Iran durchaus ernst nimmt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Der gestiegene Risikoappetit und ein festerer US-Dollar machten sich gestern in fallenden Notierungen bei Gold und Silber bemerkbar. Die USA haben die Ausnahmeregelung für US-Unternehmen bei Geschäften mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei für 90 Tage verlängert, was am Markt als positives Signal im Handelskonflikt gesehen wird und auf Gold lastet. Gold rutschte daraufhin unter die Marke von 1.500 USD je Feinunze, Silber unter 17 USD. Ein stärker ausgeprägter und für längere Zeit anhaltender Verkaufsdruck lässt sich bislang aber nicht ausmachen. Vielmehr ist es so, dass Preisrückgänge von Anlegern als Kaufgelegenheit erachtet werden. Gold steigt am Morgen wieder auf 1.500 USD. Silber auf 17 USD. Die Gold-ETFs verzeichneten gestern leichte Zuflüsse, was ebenfalls für diese These spricht. Bei Silber kam es in den letzten beiden Berichtswochen zu einem merklichen Abbau der spekulativen Netto-Long-Positionen um knapp 30 Tsd. Kontrakte. Das entspricht Verkäufen von fast 4.500 Tonnen Silber über den Terminmarkt. Dafür hielt sich der Silberpreis in diesem Zeitraum erstaunlich gut. Mitte letzter Woche stieg er sogar auf ein 19-Monatshoch von 17,5 USD. Treiber dieser Entwicklung waren kräftige ETF-Zuflüsse. Zudem dürften auch einige spekulative Anleger wieder eingestiegen sein, da der Preisanstieg unmittelbar nach dem Stichtag der Datenerhebung für die Marktpositionierung am vergangenen Dienstag erfolgte. Der Weg für weitere Preiszuwächse ist damit u.E. vorgezeichnet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CU0E62 Long Silver-Future Faktor: 8
CU3THF Short Silver-Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Eisenerz hat seinen Preisverfall stark abgebremst, vielleicht sogar gestoppt. In Singapur scheint sich der meistgehandelte Futures-Kontrakt bei gut 85 USD je Tonne stabilisiert zu haben. Nachdem der Preis Anfang des Monats die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie durchbrochen hatte, was den Abverkauf noch beschleunigte, notiert er nun knapp unterhalb der 200-Tage-Linie. Seit Ende Juli hat der Preis etwa 27% verloren. So wie der Preisanstieg in den Monaten zuvor übertrieben war, so überzogen ist jetzt der Rückgang. Denn aus charttechnischer Sicht befindet sich der Eisenerzpreis mittlerweile schon im überverkauften Bereich. Daher wären wir nicht überrascht, wenn es eine Gegenbewegung geben würde. Aus fundamentaler Sicht ist der seewärtige Eisenerzmarkt aber offenbar wieder besser versorgt. Gemäß Daten des Industrie- und Handelsministeriums hat Brasilien im Juli mit 34,3 Mio. Tonnen die größte Menge Eisenerz seit neun Monaten exportiert. Und auch die bislang vorliegenden Daten für August deuten auf anhaltend hohe Ausfuhren hin. China hat zwar im Juli noch große Mengen Eisenerz importiert, die Einfuhrdynamik könnte aber in den letzten Wochen nachgelassen haben, da viele Stahlproduzenten kaum noch profitabel waren. Allerdings haben sich in China die Stahlpreise im Gegensatz zu den Eisenerzpreisen in den letzten Tagen leicht erholt, was den Stahlproduzenten wieder etwas Luft gibt. Generell drohen über der Eisenerznachfrage jedoch dunkle Wolken in Form der sich verschlechternden globalen Wirtschaftsaussichten. Wir halten einen Eisenerzpreis von rund 90 USD je Tonne aktuell für gerechtfertigt.