Rohstoffe

Auch Silber erwacht

Energie: Drahtseilakt am Ölmarkt

Angesichts der Ungewissheit und starker Schwankungen sowohl auf der Angebots- als auch Nachfrageseite hätte man mit einem deutlich volatileren Preisverlauf rechnen müssen. Doch die Ölpreise verharren aktuell oberhalb von 40 USD je Barrel, weil sich die Faktoren auf den beiden Seiten ausgleichen und für eine Richtungsentscheidung starke Signale fehlen. Eigentlich wäre ein Ausbruch nach oben wegen der starken Förderdisziplin der OPEC+ und eines daraus resultierenden Angebotsdefizits wahrscheinlich. Doch führt die steigende Zahl von Neuinfektionen mit Covid-19 in den USA und weltweit zu Sorgen hinsichtlich der Nachfrageentwicklung. Diese werden auch von Meldungen über steigende Rohölbestände in China und den USA geschürt. Laut US-Energieministerium kam es in den USA in der Vorwoche statt eines erwarteten Rückgangs zu einem Lageraufbau um 5,7 Mio. Barrel. Die Rohölbestände in Cushing sind sogar erstmals seit zwei Monaten um 2,2 Mio. Barrel angewachsen. Der Lageraufbau bei Rohöl war in erster Linie einem kräftigen Anstieg der Importe auf 7,4 Mio. Barrel täglich bzw. den höchsten Stand seit August 2019 geschuldet. Die Importe aus Mexiko sind dabei auf 1,3 Mio. Barrel täglich angesprungen, was dem höchsten Stand seit Februar 2012 entspricht. Mexiko gehört zu den Ländern, die zuletzt kaum Produktion reduziert haben und daher mehr Rohöl anbieten könnten als die Konkurrenz. Auch in Kanada dürften nun mehr als 200 Tsd. von den insgesamt 1 Mio. Barrel Tagesproduktion, die während der Krise geschlossen wurde, zurückkehren. Gleichzeitig sind die US-Bestände für Destillate um 3,1 Mio. auf den höchsten Stand seit Januar 1983 geklettert, während die Destillatenachfrage deutlich zurückging. Das ist ein Hinweis auf die anhaltende Schwäche beim Lkw-Verkehr und anderen industriellen Aktivitäten. Doch es gab auch positive Nachrichten. So sind die US-Benzinbestände in der Vorwoche um 4,8 Mio. Barrel gefallen. Die Benzinnachfrage ist auf knapp 8,8 Mio. Barrel täglich gestiegen, den höchsten Stand seit Mitte März. Sie liegt damit aber noch 9% unter dem jahreszeitüblichen Niveau.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6RCallOil Brent FutureHebel: 7,0
CL450TPutOil Brent FutureHebel: 8,2
SB9B6KCallOil WTI Light FutureHebel: 7,0
CL9FZRPutOil WTI Light FutureHebel: 7,8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold steigt erstmals seit 2011 über 1.800 USD

Der Goldpreis befindet sich weiter im Höhenflug. Er durchbrach gestern zunächst die Marke von 1.800 USD je Feinunze und stieg danach bis auf 1.818 USD, den höchsten Stand seit September 2011. Seither hält er sich nahe diesem Niveau. Der Goldpreis in Euro legt ebenfalls zu. Gestern stieg er kurzzeitig über 1.600 EUR je Feinunze. Heute Morgen unternimmt er einen erneuten Anlauf auf diese Marke. Im Schlepptau von Gold steigt Silber am Morgen auf 19 USD je Feinunze, den höchsten Stand seit September 2019. Silber ist in den letzten Tagen stärker gestiegen als Gold. Das Gold/Silber-Verhältnis fällt daraufhin unter 96. Vor zwei Tagen lag es noch bei 99. Rückenwind erhalten Gold und Silber auch durch einen schwächeren US-Dollar. Zudem erfreuen sich beide Edelmetalle weiterhin eines starken Kaufinteresses seitens der ETF-Anleger. Angesichts der Nachrichtenlage überrascht dies nicht. So steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA weiter. Dies betrifft mittlerweile 42 Bundesstaaten. Einige Vertreter der US-Notenbank Fed äußerten sich denn auch skeptischer zu den Konjunkturaussichten und ziehen weitere Stimulierungsmaßnahmen in Betracht. Auch politisch spitzt sich die Lage zu. Nach der Inkraftsetzung des Sicherheitsgesetzes für Hongkong durch China stellen mehr und mehr westliche Staaten ihre Beziehungen zur ehemaligen britischen Kronkolonie auf den Prüfstand und gehen damit auf Konfrontationskurs zu China. Die USA erwägen neue Sanktionen gegen China und stellen zudem die feste Anbindung des Hongkong-Dollar an den US-Dollar in Frage. So gibt es seitens der USA angeblich Erwägungen, den Zugang Hongkongs zum US-Dollar einzuschränken und Banken in Hongkong vom SWIFT-Zahlungssystem auszuschließen. Noch scheint der Markt diesen Drohungen aber keine große Bedeutung beizumessen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShort Gold FutureFaktor: -5
CJ7RL2LongSilver FutureFaktor: 3
CJ7RLXShortSilver FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Eisenerzpreis kurzfristig unterstützt, langfristig unter Druck

Eisenerz handelt in den kurzlaufenden Kontrakten an der SGX in Singapur wieder über der Marke von 100 USD je Tonne. Der meistgehandelte Kontrakt mit Fälligkeit August notiert bei 103 USD. Angebotssorgen gepaart mit einer starken Nachfrage aus China geben dem Preis schon länger Unterstützung und haben ihn nach einer kurzen Verschnaufpause zuletzt wieder nach oben geschoben. Die Angebotssorgen konzentrieren sich auf Brasilien, wo das Coronavirus weiter grassiert und befürchtet wird, dass die Eisenerzproduktion und -exporte beeinträchtigt werden könnten. Noch ist es hierzu bislang aber nicht gekommen. Der weltweit größte Produzent aus Brasilien hat erst letzte Woche seine Prognose für dieses Jahr bestätigt und deutlich mehr Angebot für das zweite Halbjahr angekündigt. Mittel- bis langfristig mehr Angebot erwarten offenbar auch die Marktteilnehmer, denn der Dezember-Kontrakt 2020 handelt unter 90 USD und der Dezember-Kontrakt 2021 sogar nur bei 75 USD. Australien hat über den Hafen von Port Hedland, dem weltweit größten Verladehafen für Eisenerz, im Juni womöglich eine rekordhohe Menge Eisenerz exportiert. Der Hafenbetreiber veröffentlicht in Kürze hierzu neue Daten. Der Großteil der Menge wurde wohl erneut nach China verschifft, wo die Stahlproduktion auf Hochtouren läuft und entsprechend viel Eisenerz benötigt wird. Die chinesische Zollbehörde veröffentlicht nächste Woche die vorläufigen Handelsdaten Chinas für Juni. Australien ist relativ gut durch die Corona-Krise gekommen und die Produktion und Exporte von Eisenerz werden kontinuierlich ausgeweitet. Die verstärkte Exportaktivität Australiens hat wohl mit dazu beigetragen, dass die Frachtraten deutlich gestiegen sind. Von seinem 4-Jahrestief Mitte Mai ist der Baltic Dry Index, der die Frachtraten für Schüttguttransporte auf wichtigen Schifffahrtsrouten misst, mittlerweile um fast 400% gestiegen.