Rohstoffe

Auch an den Rohstoffmärkten kommt es anders als man denkt

Energie: Das Anna-Karenina-Prinzip am Ölmarkt

Laut dem Anna-Karenina-Prinzip (“Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich”) müssen gleich mehrere Faktoren oder Bedingungen zum Gelingen einer Sache erfüllt sein, während bereits das Fehlen eines einzelnen Faktors zum Scheitern führt. Während wir mit unserer Einschätzung eines wahrscheinlichen knappen Sieges des demokratischen Herausforderers Biden bei den US-Präsidentschaftswahlen und der bevorstehenden Schlammschlacht vor Gerichten Recht hatten, ist der Ölpreis entgegen unserer Erwartung daraufhin nicht gefallen. Stattdessen zog der WTI-Ölpreis auf über 39 USD und der Brentölpreis auf über 41 USD je Barrel an. Vom Tief am Dienstag haben die Ölpreise also um bis zu 7% zugelegt. Welcher Faktor ist nun anders gekommen als erwartet? Der Blick auf den Aktien- und den Devisenmarkt – die Aktienmärkte sind gestern stark gestiegen, während der US-Dollar merklich abgewertet hat – verrät, dass auch diese Märkte den möglichen Biden-Sieg nun anders interpretieren als erwartet. Dies könnte daran liegen, dass Biden zwar ins Weiße Haus einziehen dürfte, doch die Mehrheit im Senat bleibt den Demokraten wohl versperrt. Dadurch kann Biden nicht ohne weiteres strengere Regulierungen oder den “Green New Deal” beschließen. Letzteres käme dem Ölpreis zugute. Also letztendlich ist der Ölpreisanstieg im Nachhinein doch logisch, weil der Preis auch vom höheren Risikoappetit der Anleger und dem schwächeren US-Dollar profitiert hat. Zum starken Preisanstieg dürfte zudem der vom DOE bestätigte massive Rohöllagerabbau in den USA beigetragen haben. Obgleich die Ölpreise schon am Dienstag nach den API-Zahlen stark gestiegen waren und damit eine positive Überraschung zumindest teilweise eskomptiert war, war der gemeldete Rückgang um 8 Mio. Barrel doch sehr hoch. Zugleich berichtete das DOE eine starke Reduktion der US-Ölproduktion, was allerdings vor allem Hurrikan-bedingt gewesen sein dürfte. Doch ist der Ölmarkt u.E. noch lange nicht über den Berg und nach anfänglicher Euphorie dürften die Risiken wieder zunehmend in den Fokus des Marktes rücken.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold im Aufwind, Zentralbanken geben Vollgas

Der Goldpreis steigt am Morgen auf gut 1.910 USD je Feinunze, nachdem er gestern zwischenzeitlich deutlich unter 1.900 USD gerutscht war. Auch die anderen Edelmetalle verteuern sich merklich. Silber notiert wieder deutlich über 24 USD je Feinunze, Platin bei 880 USD je Feinunze und Palladium springt auf 2.350 USD je Feinunze. Rückenwind geben ein schwächerer US-Dollar und fallende Anleiherenditen. Die zyklischen Edelmetalle profitieren außerdem von der Rally an den Aktienmärkten. Wie es scheint, haben die US-Präsidentschaftswahlen ihren Schrecken verloren. Hier zeichnet sich mehr und mehr ein Sieg des demokratischen Herausforderers Biden ab, dem nur noch sechs Wahlmännerstimmen für die erforderliche Mehrheit in der Wahlversammlung fehlen. Diese könnten schon heute erreicht werden. Allerdings hat Trump mehrere Klagen angekündigt, um die Auszählung in noch nicht entschiedenen Bundesstaaten wie Pennsylvania zu stoppen und eine Neuauszählung in Wisconsin zu erreichen, das äußerst knapp an Biden ging. Eine endgültige Entscheidung darüber, wer neuer US-Präsident wird, könnte daher noch auf sich warten lassen. Durch die sich abzeichnende Mehrheit der Republikaner im US-Senat ist die Aussicht auf ein großes Stimulierungspaket deutlich gesunken. Möglicherweise wird hier die Fed in die Bresche springen müssen. Hinweise darauf könnte Fed-Chef Powell heute im Anschluss an die FOMC-Sitzung auf der Pressekonferenz geben. Heute Morgen hat bereits die Bank von England weitere Stimulierungsmaßnahmen verkündet. Sie will ihr Anleihekaufprogramm um 150 Mrd. auf 895 Mrd. GBP aufstocken, was mehr war als erwartet. Schon vor zwei Tagen hatte die australische Notenbank mit einem Maßnahmenpaket aus Zinssenkung, Senkung des Renditeziels und der Auflage eines Anleihekaufprogramms eine weitere Runde geldpolitischer Lockerung eingeleitet. Die EZB dürfte im Dezember folgen. Die fortdauernd ultra-lockere Geldpolitik der Zentralbanken spricht für weiter steigende Edelmetallnotierungen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T53LongSilver FutureFaktor: 4
SB37KJShortSilver FutureFaktor: -4
SB42XALongPalladium FutureFaktor: 4
SB3T8BShortPalladium FutureFaktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Blei der große Underperformer im Metallsektor

Während fast alle Industriemetallpreise in den letzten Monaten gestiegen sind, hat Blei den Rückwärtsgang eingelegt. Seit Ende August hat der Bleipreis knapp 7% verloren – er notiert aktuell bei rund 1.840 USD je Tonne –, während der LME-Industriemetallindex um fast 3% zugelegt hat. Dies hängt unseres Erachtens zum einen mit der schwachen fundamentalen Lage am Bleimarkt zusammen. Die International Lead and Zinc Study Group hatte im Oktober sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr hohe Angebotsüberschüsse vorhergesagt. Zwar könnte die Bleinachfrage in den nächsten Monaten durch die Erholung der Automobilindustrie – Batterien sind die wichtigste Verwendungsart von Blei – profitieren. Langfristig dürfte sie aber unter dem Trend hin zur Elektromobilität leiden. Denn zur Elektrifizierung der Fahrzeugflotte werden Lithium-Ionen-Batterien verwendet. Zum anderen wird der Bleipreis unserer Meinung nach durch Finanzinvestoren nach unten gezogen. So werden Blei und Zink oftmals gegeneinander ausgespielt, auch aktuell. In den letzten Wochen ist die Schere zwischen diesen beiden Preisen aufgegangen – zulasten von Blei. Die Preisdifferenz zwischen Zink und Blei beträgt aktuell rund 750 USD. Während Blei vor kurzem auf einem 4-Monatstief notierte, markierte Zink den höchsten Stand seit 17 Monaten. Dass spekulative Finanzinvestoren ihre Finger im Spiel haben, wird in der LME-Statistik sichtbar: Per 30. Oktober waren die Netto-Long-Positionen von Zink an der LME rekordhoch, die von Blei lagen nur in etwa auf Durchschnittsniveau und waren nicht einmal halb so hoch wie bei deren Rekordwert.