Rohstoffe

Anleger kehren Gold den Rücken

Mehr und mehr Anleger werfen infolge der anhaltenden Preisschwäche bei Gold enttäuscht das Handtuch und trennen sich von ihren zuvor eingegangenen Goldinvestments, was zusätzlichen Druck auf den Preis ausübt. Binnen der letzten knapp vier Wochen sind 95 Tonnen Gold aus den von Bloomberg erfassten ETFs abgezogen worden. Ähnliches lässt sich auch über die spekulativen Finanzanleger sagen. In der letzten Berichtswoche hielten diese sogar erstmals seit mehr als drei Jahren wieder Netto-Short-Positionen.

Gold machte seinem Ruf als Inflationsschutz und sicherer Hafen in Krisenzeiten zuletzt keine Ehre. Obwohl die Inflationsraten in den USA und in Europa so hoch sind wie seit Jahrzehnten nicht und bis zuletzt weiter gestiegen sind, steht der Goldpreis seit Wochen unter Abgabedruck. Auch die zunehmenden Sorgen vor einer Rezession, die sich in stark gefallenen Aktienmärkten und einer inversen US-Zinsstrukturkurve widerspiegeln, kamen Gold nicht zugute. Im Gegenteil, Ende letzter Woche rutschte der Preis sogar erstmals seit elf Monaten unter die Marke von 1.700 USD je Feinunze. Gold verzeichnete zudem an fünf aufeinanderfolgenden Wochen ein Wochenminus, was es seit fast vier Jahren nicht mehr gegeben hat. Gold hat in diesen fünf Wochen fast 9% an Wert verloren. Mehr und mehr Anleger werfen infolge der anhaltenden Preisschwäche enttäuscht das Handtuch und trennen sich von ihren zuvor eingegangenen Goldinvestments, was zusätzlichen Druck auf den Preis ausübt. Besonders deutlich wird dies bei den Gold-ETFs. Binnen der letzten knapp vier Wochen sind 95 Tonnen Gold aus den von Bloomberg erfassten ETFs abgezogen worden. Das ist fast doppelt so viel wie es im gesamten zweiten Quartal an Netto-Abflüssen gab. Rund zwei Drittel der Abflüsse erfolgten dabei aus dem weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, der überwiegend von institutionellen Investoren als Anlagevehikel verwendet wird. Diese haben häufig einen kurzfristigen Anlagehorizont und trennen sich daher schneller von Anlagen, die sich schlechter als erwartet entwickeln. Gleiches lässt sich auch über die spekulativen Finanzanleger sagen. Setzten diese laut Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC bis Anfang März im großen Stil auf weiter steigende Preise, so haben sie ihre Netto-Long-Positionen seither kontinuierlich reduziert. In der letzten Berichtswoche (Stichtag 12. Juli) bestanden sogar erstmals seit mehr als drei Jahren wieder Netto-Short-Positionen. Es überwogen also die Wetten auf einen fallenden Goldpreis. Dies zeigt, wie pessimistisch die Stimmung der Finanzanleger gegenüber Gold mittlerweile ist.

In der Vergangenheit stellten derartige negative Stimmungslagen häufig Wendepunkte in der Preisentwicklung dar. So legten die Netto-Short-Positionen im April 2019 den Grundstein für einen Preisanstieg um rund 20% zwischen Ende Mai und Ende August 2019. Ob es auch diesmal dazu kommt, hängt stark von der weiteren Entwicklung des US-Dollars ab. Denn dessen kräftige Aufwertung war wesentlicher Grund für den Goldpreisrückgang der letzten Wochen. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar rutschte letzte Woche erstmals seit fast 20 Jahren wieder unter die Parität, was mit dem Abrutschen des Goldpreises unter 1.700 USD zusammenfiel. Während der Goldpreis in USD mittlerweile 6% unter dem Jahreseinstandsniveau liegt, handelt der Goldpreis in Euro trotz eines Rückgangs zuletzt noch immer 6% höher als zu Jahresbeginn. Wir rechnen mit einem deutlichen Goldpreisanstieg, sobald der Gegenwind durch den aufwertenden US-Dollar nachlässt. Allerdings ist dazu auch eine Umkehr bei den ETF-Abflüssen erforderlich.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Energie

Die Ölpreise stiegen zu Beginn der neuen Handelswoche deutlich. Brent legte um mehr als 5% auf gut 106 USD je Barrel zu. WTI überwand die Marke von 100 USD und stieg bis auf knapp 103 USD. Der schwächere US-Dollar und eine bessere allgemeine Marktstimmung gaben Auftrieb. Zudem bekam US-Präsident Biden bei seinem Besuch in Saudi-Arabien keine klare Zusage der Saudis für eine höhere Ölproduktion. Ein US-Regierungsvertreter äußerte im US-Fernsehen zwar die Hoffnung, dass die OPEC die Produktion weiter erhöhen werde, allerdings ohne konkrete Zahlen oder Länder zu nennen.

Die sich abzeichnende höhere Ölproduktion in Libyen hatte dagegen keinen negativen Einfluss auf die Preise. In der vergangenen Woche wurde der Chef der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC abgelöst und mit den protestierenden Gruppen eine Einigung über die Wiederaufnahme der Ölproduktion auf den Ölfeldern und der Ölexporte aus den Häfen erzielt. Binnen einer Woche soll die Ölproduktion laut dem neuernannten NOC-Chef wieder auf 1,2 Mio. Barrel pro Tag steigen. Zuletzt lag die Produktion nur etwa halb so hoch. Wie lange die Einigung hält, bleibt allerdings abzuwarten. Denn der Wechsel an der NOC-Spitze wird nicht von allen Gruppen unterstützt.

Die US-Schieferölproduktion soll im August laut aktueller Prognose der US-Energiebehörde erstmals seit März 2020 wieder über 9 Mio. Barrel pro Tag liegen. Bis zum Rekordniveau vom Herbst 2019 fehlen damit noch rund 200 Tsd. Barrel pro Tag. Dies könnte bei den zuletzt verzeichneten monatlichen Steigerungsraten in den folgenden zwei Monaten erreicht werden. Die Schieferölproduktion im Permian Basin stellt erneut den Großteil des erwarteten Anstiegs und macht inzwischen 60% der gesamten US-Schieferölproduktion aus.

Der russische Gasmonopolist Gazprom hat für August keine zusätzlichen Durchleitungskapazitäten für die Jamal-Pipeline und die Pipeline über die Ukraine gebucht, wie aus gestern durchgeführten Auktionen bekannt wurde. Laut einem Reuters bekanntgewordenen Brief vom 14. Juli hat Gazprom „force majeure“ für Gaslieferungen gegenüber mindestens einem großen europäischen Kunden erklärt. Gazprom fühlt sich demnach aus Gründen außerhalb seiner Kontrolle nicht in der Lage, die vertraglich zugesicherten Gaslieferungen zu erfüllen. Details zu den Hintergründen nannte Gazprom nicht. Dies könnte aber mit der fehlenden Turbine zusammenhängen. Diese soll inzwischen in Deutschland angekommen sein und in einigen Tagen nach Russland geliefert werden. Die seit gut einer Woche laufenden Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 wurden den Kunden weit vorab angekündigt und stellen daher kein Grund für das Ausrufen der „Höheren Gewalt“-Klausel dar.

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Edelmetalle

Die spekulativen Finanzanleger haben die verbliebenen Netto-Long-Positionen bei Gold in der Woche zum 12. Juli vollständig reduziert und hielten erstmals seit April 2019 wieder Netto-Short-Positionen von gut 6.133 Kontrakten. In der vorherigen Berichtswoche bestanden noch Netto-Long-Positionen von gut 17 Tsd. Kontrakten, in der Woche davor noch Netto-Long-Positionen von gut 36 Tsd. Kontrakten. Bei Silber, Platin und Palladium bestanden schon in den Wochen zuvor Netto-Short-Positionen. Diese wurden bei Silber und Platin nochmals leicht auf knapp 10,5 Tsd. bzw. 18 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Bei Palladium kam es zu einer leichten Reduktion der Netto-Short-Positionen auf 1,6 Tsd. Kontrakte. Damit bestehen erstmals seit August 2018 bei allen vier Edelmetallen spekulative Netto-Short-Positionen.

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Industriemetalle

Auch die Industriemetallpreise legten zu Wochenbeginn merklich zu. Der Kupferpreis stieg bis auf 7.400 USD je Tonne, nachdem er am Freitag noch zeitweilig unter 7.000 USD gefallen war. Der Preisanstieg war ebenfalls auf eine Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten zurückzuführen. Zudem dürfte es sich um eine Gegenbewegung nach dem massiven Preisrückgang um fast 30% in den fünf Wochen zuvor handeln. Meldungen über steigende Corona-Infektionszahlen in mehreren Städten Chinas, die zu neuen Einschränkungen und Massentests führen, spielten dagegen zumindest gestern keine Rolle. Heute sieht das bereits anders aus. Denn Kupfer fällt wieder auf 7.250 USD zurück. Zusätzlich belastet hat der Einbruch eines Stimmungsindikators für den US-Immobilienmarkt auf den tiefsten Stand seit dem Beginn der Corona-Pandemie.

Der Preis für eine Tonne Nickel hat sich zwar vom seinem 9½-Monatstief bei knapp 18.500 USD Ende letzte Woche wieder auf gut 20.000 USD je Tonne berappelt. Allein gestern verteuerte sich Nickel um mehr als 6,5%. Maßgeblich war dafür aber der allgemeine Aufwind, die Nachrichten zur fundamentalen Lage waren dagegen eher belastend: So wies die International Nickel Study Group für Mai einen Angebotsüberschuss von 20 Tsd. Tonnen aus. Damit steht für die ersten fünf Monate ein Überschuss von 16 Tsd. Tonnen zu Buche, verglichen mit einem Defizit von fast 100 Tsd. im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Grund für die Verschiebung ist eine deutliche Ausweitung des Angebots.

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SB3Q6SLongCopper FutureFaktor: 8
SD5RM8ShortCopper FutureFaktor: -8
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