Rohstoffe

Anhaltende Unsicherheiten am Rohstoffmarkt

Energie: Noch kein Licht am Ende des Tunnels für den Ölpreis

Das Geschehen an den Märkten lässt viel Raum für Spekulationen und Interpretationen. Während die Aktienmärkte stark steigen und der US-Dollar fällt, beides eigentlich stützende Faktoren für der Ölpreis, hat der Ölpreis einen Teil der Gewinne der letzten Tage bereits wieder abgegeben. Der WTI-Ölpreis rutschte am Morgen unter 38 USD, der Brentölpreis unter 40 USD je Barrel. Der Preisrückgang lässt mehrere Erklärungen zu. Zum einen ist ein Sieg Bidens wegen einer wahrscheinlichen Annäherung im Iran-Konflikt und einem stärkeren Fokus auf regenerativen Energien längerfristig gesehen eher belastend für den Ölpreis. Auch ist der “Green New Deal” doch wieder etwas wahrscheinlicher geworden, weil theoretisch die Möglichkeit besteht, dass der Senat nach den zwei noch ausstehenden Stichwahlen im Januar in Georgia ein Patt aufweist, womit die entscheidende 51. Stimme die designierte Vize-Präsidentin Harris hätte. Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass das nächste Konjunkturpaket noch in diesem Jahr vom alten Senat abgenickt wird. Weitere Belastung für den Ölpreis wäre eine anhaltende Unsicherheit an den Märkten, falls Trump seine Niederlage nicht akzeptieren und Unruhe stiften sollte. Außerdem wirft auch die Covid-19-Pandemie ihren Schatten auf den Ölmarkt, weil nun im Tagestakt in vielen Ländern Rekordzahlen an Neuinfizierten und Toten vermeldet werden. Die bereits bestehenden Einschränkungen und mögliche langfristige Änderungen des Reiseverhaltens dürften auch die Ölagenturen nächste Woche zu einer Abwärtsrevision der Nachfrageprognosen verleiten. Alles in allem bleiben viele Unsicherheitsfaktoren und Risiken am Ölmarkt, wobei das Licht am Ende des langen Tunnels noch immer nicht zu sehen ist.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Goldpreis legt deutlich zu, Silber steigt um 6%

Die Edelmetallpreise zündeten gestern die Raketen. Der Goldpreis sprang um 3% auf 1.950 USD je Feinunze nach oben. Silber verteuerte sich sogar um 6% auf 25,5 USD je Feinunze. Platin stieg um 3% auf 910 USD und Palladium um 4% auf 2.430 USD. Haupttreiber war ein deutlich schwächerer US-Dollar. Die US-Währung verlor gegenüber dem Euro gestern rund 1 Cent. Noch immer steht nicht fest, wer die US-Präsidentschaftswahl gewonnen hat, auch wenn weiterhin Vieles für Biden spricht. Dieser benötigt nur noch einen weiteren Bundesstaat, um sich die Mehrheit der Wahlmännerstimmen zu sichern. Die US-Notenbank lieferte am Abend keine Überraschung und beließ alle geldpolitischen Instrumente unverändert. Fed-Chef Powell wies aber darauf hin, im Bedarfsfall die Geldpolitik weiter lockern zu können. Als Hauptrisiko sieht die Fed die steigenden Corona-Neuinfektionen. Diese erreichten gestern in den USA mit gut 120 Tsd. Fällen einen neuen Tagesrekord.

Edelmetalle: Neuerliche Produktionsausfälle bei Platin und Palladium

Meldungen über neuerliche Probleme bei einem großen Platinproduzenten in Südafrika sorgten gestern für deutlich steigende Preise für Platin und Palladium (siehe unten). Der besagte Produzent senkte seine Prognose für die Produktion von Platinmetallen in diesem Jahr zum wiederholten Male auf inzwischen nur noch 2,5 Mio. Unzen. Zu Jahresbeginn hatte die Prognose noch rund 2 Mio. Unzen höher gelegen. Grund für die neuerliche Abwärtsrevision um 600-800 Tsd. Unzen war die abermalige Schließung einer großen Verarbeitungsanlage aufgrund eines Wassereinbruchs. Die zweite große Anlage ist wegen Reparaturarbeiten nach einer schweren Explosion Anfang März noch bis Ende des Jahres geschlossen. Die aktuell geschlossene Anlage war bereits Mitte Mai wieder in Betrieb gegangen. Etwa die Hälfte des Produktionsausfalls dürfte auf Platin entfallen, die andere Hälfte auf Palladium und Rhodium. Es ist daher wahrscheinlich, dass der World Platinum Investment Council bei der Vorstellung seiner neuen Zahlen zum Platinmarkt in zwei Wochen die Prognose für die Platinminenproduktion in Südafrika nochmals nach unten revidiert. Bereits jetzt dürfte der weltweite Platinmarkt in diesem Jahr dem WPIC zufolge trotz coronabedingt schwächerer Nachfrage ein Angebotsdefizit in Höhe von 336 Tsd. Unzen aufweisen. Dieses könnte nun sogar noch etwas größer ausfallen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T53LongSilver FutureFaktor: 4
SB37KJShortSilver FutureFaktor: -4
SB42XALongPalladium FutureFaktor: 4
SB3T8BShortPalladium FutureFaktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Industriemetalle: Stahlnachfrage in der EU hat Talsohle durchschritten

Der europäische Stahlverband Eurofer hat letzte Woche zwar seine Prognose für die augenscheinliche Stahlnachfrage in der EU für dieses Jahr leicht angehoben, er erwartet aber immer noch einen Rückgang um 14,6% gegenüber Vorjahr. Im zweiten Quartal wurde mit -25,5% demnach der stärkste Einbruch jemals in einem Quartal gemessen. Hierfür ist hauptsächlich die Corona-Pandemie verantwortlich, die alle wichtigen Sektoren getroffen hat. Besonders stark hat laut Eurofer die Automobilindustrie gelitten, während der Bausektor bislang relativ glimpflich durch die Krise gekommen ist. Letzterer wird durch öffentliche Baumaßnahmen und Infrastrukturprojekte in zahlreichen EU-Ländern unterstützt. Im nächsten Jahr soll sich die Stahlnachfrage EU-weit um 13,1% erholen. Angeführt von der Automobilindustrie sollen alle großen stahlverbrauchenden Sektoren wieder wachsen. Eurofer weist allerdings auch darauf hin, dass der Ausblick mit Unsicherheit verbunden ist, von der Entwicklung der Pandemie abhängt, und in den nächsten Quartalen revidiert werden könnte. Unterdessen berichtet das auf die Analyse der Stahlmärkte spezialisierte Research-Haus MEPS, dass sich die Gewinnmargen der Stahlproduzenten zuletzt spürbar erholt haben. Dies führt MEPS auf höhere Stahlpreise und höhere Verkaufsvolumina zurück, während die Input-Kosten weitgehend stabil blieben. Vor allem in der EU und in den USA sollen sich die Margen im restlichen Jahresverlauf weiter verbessern und auf Niveaus von Anfang letzten Jahres steigen. Dies dürfte unseres Erachtens den Stahlherstellen dies- und jenseits des Atlantiks Anreiz geben, ihre Produktion auszuweiten. In China läuft die Stahlproduktion ohnehin auf Hochtouren, was eine robuste Nachfrage nach Eisenerz mit sich bringt. Morgen veröffentlicht die Zollbehörde die vorläufigen Handelsdaten für Oktober. Es wird erwartet, dass China den fünften Monat in Folge mehr als 100 Mio. Tonnen Eisenerz importiert hat.