Rohstoffe

Anhaltende Nachfrageschwäche am Ölmarkt voraus

Energie: Anhaltende Nachfrageschwäche am Ölmarkt voraus

Trotz der hohen Informationsdichte am Ölmarkt sind zuverlässige Daten oft erst Monate später verfügbar. So haben wir nun eine weitere Erklärung für den starken Preisanstieg im April/Mai, als sich die Ölpreise nach dem massiven Einbruch wieder erholt und verdoppelt hatten. Offensichtlich ist die US-Ölproduktion in diesem Zeitraum deutlich stärker gefallen als zuvor angenommen. Sie ging laut EIA allein im Mai im Vergleich zum April um 1,99 Mio. Barrel täglich zurück. Dies war der stärkste Monatsrückgang seit mindestens 1980. Der zweitstärkste Rückgang war übrigens der hurrikanbedingte Rückgang im September 2008, der nur halb so hoch war. Dabei fiel die Produktion schon seit Dezember und sollte ihr Tief im Juni bei 9,75 Mio. Barrel täglich erreicht haben. Der Rückgang der US-Ölproduktion zwischen April und Juni betrug 3 Mio. Barrel täglich und hat damit sogar die massiven (freiwilligen) Produktionskürzungen seitens Saudi-Arabiens und Russlands um jeweils 2,5 Mio. Barrel pro Tag übertroffen. Auch um die Gegenwart am Ölmarkt ist es laut der DOE-Lagerstatistik besser bestellt. Die US-Lagerbestände für Rohöl und Ölprodukte sind demnach stärker als erwartet gefallen. Ausschlaggebend war neben den niedrigeren Importen die bessere Nachfrage: Die Benzinnachfrage ist mit knapp 8,9 Mio. Barrel täglich auf den höchsten Stand nach ihrem Einbruch im März gestiegen, bleibt allerdings weiter rund 10% unter dem üblichen Niveau der Vorjahre. Und laut OPEC dürfte sie vorerst schwach bleiben: In ihrem Monatsbericht hat sie ihre Schätzung für den Nachfragerückgang in diesem Jahr um über 100 Tsd. Barrel täglich auf 9,1 Mio. revidiert, mit Verweis auf die schwächere Konjunktur in den Entwicklungsländern. Zugleich wurde die Schätzung des Nicht-OPEC-Angebots wegen einer stärkeren Erholung im zweiten Halbjahr um 235 Tsd. Barrel täglich angehoben. Der Ausblick bleibt also eher skeptisch, was die Ölpreise jedoch gestern nicht davon abhalten konnte, einen erneuten Anlauf auf die jeweiligen 5-Monatshochs zu unternehmen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold profitiert von negativen Realzinsen

Gold und Silber legten nach dem dramatischen Absturz am Vortag gestern zeitweise merklich zu. Gold verteuerte sich um bis zu 2% auf rund 1.950 USD je Feinunze, Silber stieg um bis zu 6% auf gut 26 USD je Feinunze. Wir würden allerdings davor warnen zu glauben, dass die Korrektur damit bereits vorüber ist und schon in Kürze neue Hochs erreicht werden. Dafür war der Abverkauf am Dienstag zu stark. Auch nach dem historischen Absturz im April 2013 kam es zunächst zu einer Gegenbewegung bis in die Nähe des Vor-Crash-Niveaus, bevor die Preise erneut einbrachen und Ende Juni neue Tiefs markierten. Eine ähnlich lange Baisse wie vor sieben Jahren – die Preise erreichten erst 2½ Jahre später ihr zyklisches Tief – dürfte es diesmal allerdings nicht geben. Wie die Aktienmärkte zeigen, werden Abstürze heutzutage dank der massiven Liquiditätsspritzen der Zentralbanken deutlich schneller aufgeholt als in der Vergangenheit. Auch Gold und Silber sollten in nicht allzu ferner Zukunft ihre Verluste aufgeholt haben und neue Hochs markieren. Als gewichtiges Argument hierfür können auch die gestrigen US-Inflationsdaten herangezogen werden. Diese fielen im Juli mit 1,0% in der Gesamtrate und 1,6% in der Kernrate deutlich höher aus als erwartet. Je nach Betrachtung liegt der Realzins in den USA bei einer Laufzeit von zehn Jahren damit bei minus 0,4% bzw. minus 1%. Bei kürzeren Laufzeiten ist der Realzins noch stärker negativ. Dass sich daran etwas ändert, weil etwa die Nominalzinsen deutlich steigen, kann nahezu als ausgeschlossen gelten. Denn die Fed hat klargemacht, dass sie die Leitzinsen noch für sehr lange Zeit nicht anzuheben gedenkt. Auch eine Inflation etwas über dem Zielwert von 2% dürfte daran nichts ändern. Sollten die Renditen dennoch unerwünscht steigen – bspw. aufgrund der deutlich steigenden Staatsverschuldung -, könnte die Fed dies mit ihren Anleihekäufen verhindern und notfalls eine Zinskurvenkontrolle einführen. Eine weiter steigende Inflation würde sich also nahezu vollständig in noch stärker negativen Realzinsen niederschlagen. Negative Realzinsen sind wiederum ein perfektes Umfeld für steigende Gold- und Silberpreise.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver Future Faktor: 6
SB3T6JShortSilver Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Kupfer seit Wochen im Seitwärtshandel

Nicht mehr alle Metalle haben sich zuletzt vom anhaltenden Optimismus an den Finanzmärkten noch mitreißen lassen. So zum Beispiel Kupfer, das mittlerweile seit fast sechs Wochen weitgehend zwischen 6.400 und 6.500 USD je Tonne seitwärts tendiert. Möglicherweise rücken hier die Fundamentaldaten wieder mehr in den Fokus der Marktteilnehmer. Diese deuteten zuletzt auf eine Entspannung am Kupfermarkt hin. So gibt es nach wie vor kaum Produktionsausfälle in Chile, und in Peru wird die Minenproduktion nach dem zweimonatigen Stillstand mittlerweile wieder deutlich erhöht. Auch in China dürfte weiter viel Kupfer produziert worden sein, nachdem die Raffinadeproduktion dort bislang in jedem Monat nach dem Lockdown ausgeweitet wurde. Daten für Juli veröffentlicht das Nationale Statistikbüro in den nächsten Tagen. Wir gehen zudem nicht davon aus, dass China nach den rekordhohen Kupfereinfuhren der letzten Monate weiter so große Mengen Kupfer importieren wird, da der Preis vom Tief im März deutlich gestiegen ist und opportunistische Käufe damit weniger Sinn machen. Allerdings hat das staatliche Research-Institut Antaike kürzlich seine Prognose für die chinesische Kupfernachfrage leicht angehoben. Sie soll in diesem Jahr nun 11,56 Mio. Tonnen betragen. Antaike führt die höhere Nachfrage auf die weitere Erholung der chinesischen Wirtschaft nach den Corona-Restriktionen zurück. Damit bliebe die Nachfrage aber noch unter dem Vorjahresniveau, das das World Bureau of Metal Statistics mit 12,8 Mio. Tonnen angibt. Antaike geht ferner davon aus, dass der chinesische Kupfermarkt im Überschuss bleibt (740 Tsd. Tonnen).

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SB3T94ShortCopper FutureFaktor: -5
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