Rohstoffe

Am Ölmarkt dominieren weiterhin die Nachfragesorgen

Die Rohöleinfuhren Chinas lagen im Juli nur leicht über dem im Juni verzeichneten 4-Jahrestief und damit 9,5% niedriger als im Vorjahresmonat. Sofern der inländische Verbrauch nicht spürbar anzieht oder wieder mehr Kraftstoffexporte erlaubt werden, dürften die Raffinerien kaum gewillt sein, mehr Rohöl zu importieren. Damit droht der zweite Jahresrückgang bei den chinesischen Rohölimporten in Folge und das niedrigste jährliche Importvolumen seit 2018. Die Zeiten sind somit vorerst vorbei, in denen China der Motor der weltweiten Ölnachfrage war. Die Nachfragesorgen am Ölmarkt werden damit nicht geringer.

Thema der Woche: Ölnachfrage in China schwächt sich deutlich ab

China hat im Juli Daten der Zollbehörde zufolge 37,3 Mio. Tonnen Rohöl importiert, was umgerechnet 8,8 Mio. Barrel pro Tag entspricht. Die Rohöleinfuhren lagen damit nur leicht über dem im Juni verzeichneten 4-Jahrestief und 9,5% niedriger als im Vorjahresmonat. Angesichts des kräftigen Preisrückgangs, der Durchschnittspreis für Brent lag im Juli mehr als 12 USD unter dem entsprechenden Preis im Juni, und der Erteilung neuer Importquoten für unabhängige Raffinerien ist dies eine Enttäuschung. Allerdings gab es im Juli in einigen chinesischen Metropolen wieder lokale Lockdowns, was die Ölnachfrage in China und damit auch die Bereitschaft der Raffinerien beeinträchtigt haben dürfte, größere Mengen Rohöl zu importieren. Zudem haben die Raffinerien mit geschrumpften und teilweise sogar negativen Margen zu kämpfen. Dies gilt insbesondere für Raffinerien, die nicht auf das preisgünstige Rohöl aus Russland zurückgreifen können, sondern auf das deutlich teurere Rohöl aus Saudi-Arabien angewiesen sind. Darüber hinaus gibt es in China ein Überangebot von Ölprodukten, da die Lockdowns auf den inländischen Verbrauch drücken. Gleichzeitig sind die Kraftstoffexporte durch deutlich reduzierte Exportquoten – diese liegen in diesem Jahr bislang 40% niedriger als im Vorjahr – eingeschränkt. Im Juli wurden laut Zollbehörde 3,4 Mio. Tonnen Ölprodukte exportiert. Das war nur etwas mehr als im Juni, aber 23% weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn liegen die Exporte von Ölprodukten sogar 39% niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der entsprechende Rückgang der Rohölimporte beläuft sich dagegen „nur“ auf 4%.

Sofern der Verbrauch in China nicht spürbar anzieht oder mehr Kraftstoffexporte erlaubt werden, dürften die Raffinerien kaum gewillt sein, mehr Rohöl zu importieren. Deren Rohölverarbeitung lag im zweiten Quartal bereits 9% niedriger als im Vorjahr. Sollte sich daran in den verbleibenden Monaten nichts ändern, droht der zweite Jahresrückgang bei den chinesischen Rohölimporten in Folge und das niedrigste jährliche Importvolumen seit 2018. Die Internationale Energieagentur erwartet für dieses Jahr einen leichten Rückgang der Ölnachfrage in China. Im letzten Jahr war die Ölnachfrage infolge der Aufholbewegung nach dem coronabedingten Einbruch Anfang 2020 noch um mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Die Zeiten sind somit vorerst vorbei, in denen China der Motor der weltweiten Ölnachfrage war. Die Nachfragesorgen am Ölmarkt werden damit nicht geringer.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310NShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD1XJFLongOil WTI Light Crude Future Faktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude Future Faktor: -5
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Energie

  • Der Gasölpreis fiel gestern um knapp 4%. Zeitweise notierte der Preis bei 940 USD je Tonne auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte März. In den letzten zwei Monaten hat sich Gasöl um fast 35% verbilligt. Darin kommt der Preisrückgang bei Rohöl zum Ausdruck. So handelt Brent inzwischen bei 96 USD je Barrel ebenfalls deutlich von den Niveaus von Mitte Juni entfernt. Gleichzeitig hat sich auch der Crackspread zwischen Gasöl und Brent spürbar verringert. Dieser rutschte gestern zeitweise unter 30 USD je Barrel und ist damit nur noch etwa halb so hoch wie im Juni, als bei knapp 60 USD ein Rekordniveau verzeichnet wurde. Dazu beigetragen haben dürften höhere Diesellieferungen aus Russland, das im Juli laut Daten der Energieanalysefirma Vortexa mit 963 Tsd. Barrel pro Tag die größte Menge Diesel seit März exportierte. Trotz des Anfang nächsten Jahres in Kraft tretenden EU-Importstopps flossen noch immer 59% davon nach Europa.
  • Der europäische Erdgaspreis (TTF, 1-Monats-Forward) ist zuletzt wieder unter die Marke von 200 EUR je MWh gefallen. Die Erdgaslieferungen über Nord Stream 1 liegen seit Ende Juli bei rund 345 GWh pro Tag, was einem Fünftel der üblichen Lieferungen entspricht. Ein Ende des Streits zwischen Deutschland und Russland über die Auslieferungsmodalitäten der in Kanada gewarteten Gasturbine ist nicht in Sicht, was höhere Gaslieferungen in absehbarer Zeit unwahrscheinlich macht. Dennoch ist es Deutschland und der EU gelungen, die Lagerbestände weiter aufzufüllen. Der Füllstand lag zuletzt bei knapp 72%. Hier machen sich die bereits erfolgten Einsparungen beim Verbrauch und höhere Lieferungen anderer Anbieter wie die Niederlande, Norwegen und die USA bemerkbar. Die US-LNG-Exporte nach Europa stiegen im Juli Daten von Eikon und von Tankerzählungen zufolge auf 3,9 Mio. Tonnen und machten damit 63% der gesamten US-LNG-Exporte aus. Ab Oktober soll auch das LNG-Exportterminal Freeport wieder zur Verfügung stehen, das seit Mitte Juni nach einer Explosion außer Betrieb ist. Somit könnte es sogar gelingen, den zum 1. November vorgeschriebenen Füllstand von 95% zu erreichen, vorausgesetzt, die russischen Gaslieferungen versiegen nicht vollends und die Temperaturen im Oktober bleiben mild.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SH0GT8LongGas Oil FutureFaktor: 5
SN25C2ShortGas Oil FutureFaktor: -5
SH2SLDLongNatural Gas FutureFaktor: 5
SN5C7HShort Natural Gas FutureFaktor: -5
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Edelmetalle

  • Der Goldpreis hat die sehr starken US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag erstaunlich gut weggesteckt. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen fiel im Juli doppelt so hoch aus wie erwartet. Gold fiel daraufhin unmittelbar nach der Datenveröffentlichung auf 1.765 USD je Feinunze zurück, machte gestern aber bereits den Großteil der Verluste wieder rückgängig und handelt wieder bei 1.790 USD. Der Markt rechnet mittlerweile laut Fed Fund Futures mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank um weitere 75 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung im September und um insgesamt 120 Basispunkte bis zum Jahresende. Das sind fast 25 Basispunkte mehr als Anfang letzter Woche. Allerdings ist dadurch die US-Zinsstrukturkurve noch inverser geworden, weil angesichts der stärkeren Zinserhöhungen eine deutlichere Abschwächung / Rezession der US-Wirtschaft befürchtet wird. Dies kann erklären, warum sich der Goldpreis so schnell wieder erholen konnte.
  • Der Goldpreisanstieg Ende Juli / Anfang August war maßgeblich auf die Schließung von spekulativen Short-Positionen zurückzuführen. Wie die Daten der US-Terminmarktaufsichtsbehörde CFTC zeigten, kam es in der Woche zum 2. August zu einem Umschwung bei der Marktpositionierung de spekulativen Finanzanleger um rund 35 Tsd. Kontrakte, was wiederum größtenteils auf eine Reduktion der Short-Positionen zurückzuführen war. Dadurch drehte die spekulative Marktpositionierung wieder in netto-long. In den drei vorherigen Wochen hatten erstmals seit mehr als drei Jahren Netto-Short-Positionen bestanden. Auch bei Silber, Platin und Palladium kam es bei den spekulativen Anlegern in der Berichtswoche zu Short-Eindeckungen. Dennoch bestehen bei allen drei Edelmetallen nach wie vor Netto-Short-Positionen.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD3APGLongGold FutureFaktor: 5
SF5DDDShortGold FutureFaktor: -5
SN4ZYHLongSilver FutureFaktor: 5
SF5DDEShortSilver FutureFaktor: -5
SN26CNLongPalladium FutureFaktor: 5
SH3VFJShortPalladium FutureFaktor: -5
SH2G37LongPlatinum FutureFaktor: 5
SH353PShortPlatinum FutureFaktor: -5
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Industriemetalle

  • China importierte im Juli gemäß Daten der Zollbehörde 463,7 Tsd. Tonnen Kupfer. Das war knapp 14% weniger als im Vormonat, der allerdings das höchste Monatsniveau in diesem Jahr aufwies. Die Kupferimporte kehrten damit wieder auf das Niveau der vorherigen Monate zurück. Das im Monatsverlauf deutlich gesunkene Preisniveau – der Kupferpreis notierte Mitte Juli kurzzeitig unter der Marke von 7.000 USD je Tonne – dürfte das Kaufinteresse der chinesischen Konsumenten angeregt haben. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Einfuhren gut 9% höher. Die Kupferimporte seit Jahresbeginn summieren sich auf 3,4 Mio. Tonnen. Sie übertreffen damit das Vorjahresniveau um knapp 6%. China exportierte außerdem im letzten Monat deutlich mehr Aluminium und Aluminiumprodukte. Diese lagen bei 652,2 Tsd. Tonnen und damit 39% höher als im Vorjahr. Hier macht sich die deutliche Ausweitung der Aluminiumproduktion in China bemerkbar. Laut einer Umfrage von Shanghai Metals Markets stieg diese im Juli auf ein Rekordniveau von 3,5 Mio. Tonnen. Den anhaltenden Rückgang der LME-Aluminiumvorräte, diese fielen auch gestern und markierten damit ein neuerliches 32-Jahrestief, hat dies allerdings nicht verhindern können.
  • Der weltgrößte Kupferminenproduzent Chile hat im Juli deutlich weniger Kupfer exportiert, wie aus den Daten der Zollbehörde hervorgeht. Die Exporte von Kupferkonzentrat beliefen sich demnach auf knapp 900 Tsd. Tonnen. Das war 37% weniger als im Vorjahr. Die Exporte in den ersten sieben Monaten des Jahres summieren sich auf 6,6 Mio. Tonnen, was einem Rückgang um 14,5% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht. Davon gingen 4,7 Mio. Tonnen nach China. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt gut 10%. Grund dafür ist eine gesunkene Kupferminenproduktion.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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