Rohstoffe

Alle Blicke nach Washington gerichtet

Energie: Der Brentölpreis ist in der Nacht wieder unter die Marke von 70 USD je Barrel gerutscht. Wir führen dies auf die bevorstehende Anhebung der US-Strafzölle auf chinesische Importgüter zurück, falls die heute stattfindenden Handelsgespräche keinen Durchbruch bringen. Die Sorge ist, dass durch eine neue Runde von Strafzöllen die Ölnachfrage in den beiden größten Ölverbrauchsländern gebremst werden könnte. Die bisherigen Strafzölle haben dies allerdings noch nicht vermocht, wie auch die Importzahlen aus China und die US-Lagerdaten gestern zeigten. China importierte im April rekordhohe Mengen Rohöl und die Benzinnachfrage in den USA war in der letzten Berichtswoche außerordentlich robust. Sie erreichte mit 9,9 Mio. Barrel pro Tag das höchste Niveau seit der letzten Sommerfahrsaison. Der unerwartete Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 4 Mio. Barrel gab den Ölpreisen nur kurzzeitig Auftrieb. Überraschend wenig Beachtung findet der sich weiter hochschaukelnde Streit zwischen den USA und dem Iran. Nachdem der Iran angekündigt hatte, sich nicht mehr an alle Abmachungen des Atomabkommens zu halten, haben die USA weitere Sanktionen gegen den Iran verhängt. Saudi-Arabien ist nicht bereit, das Ölangebot kurzfristig zu erhöhen. Gut informierten Quellen zufolge wird Saudi-Arabien auch im Juni weniger Öl produzieren als laut Kürzungsabkommen erlaubt und weniger als 7 Mio. Barrel pro Tag exportieren. Man will den Markt erst dann mit zusätzlichem Angebot versorgen, wenn es zu tatsächlichen Angebotsengpässen kommt. Dies spricht kurzfristig für höhere Ölpreise.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat es gestern im Zuge der höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer zunächst über 1.290 USD je Feinunze geschafft, das Niveau aber nicht halten können. Es ist im späten Handel sogar wieder unter 1.280 USD zurückgefallen, da sich die Aktienmärkte etwas erholten. US-Präsident Trump verwirrte mit einem neuen Tweet, wonach ein Handelsabkommen mit China diese Woche doch noch möglich sei. Vor dem heutigen Beginn der neuen Verhandlungsrunde in Washington zeigt sich Gold unverändert.
Palladium fällt weiter und nähert sich der Marke von 1.300 USD je Feinunze, womit es fast wieder gleichauf mit Gold notiert. Von seinem Rekordhoch im März hat Palladium mittlerweile rund 300 USD bzw. über 18% verloren. Die Korrektur ist unseres Erachtens noch nicht abgeschlossen, auch wenn der weltweit größte Palladiumproduzent den Markt in den nächsten 3-4 Jahren weiter im Angebotsdefizit sieht. Demnach soll die Nachfrage stärker wachsen als das Angebot, da in verschiedenen Ländern verschärfte Umweltvorschriften eingeführt werden. Diese würden eine schwächere Autoproduktion kompensieren. Der Produzent sieht zudem keine baldige Substitution von Palladium durch Platin, da dies technisch herausfordernd sowie kosten- und zeitintensiv sei. Anfang nächster Woche werden im Rahmen der sog. Platinum Week neue Einschätzungen zur Marktlage von Palladium und Platin veröffentlicht, unter anderem von Johnson Matthey und vom World Platinum Investment Council.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CU0E6Y Long Palladium-Future Faktor: 5
CJ7RMH Short Palladium-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Heute werden in Washington die Handelsgespräche zwischen den USA und China fortgesetzt, die nach der Ankündigung von US-Präsident Trump, morgen die Importzölle auf chinesische Güter kräftig zu erhöhen, an Brisanz gewonnen haben. Nachrichten über den Verlauf der Gespräche dürften heute und morgen der wichtigste Treiber für die Metallpreise sein. Die Marktteilnehmer sind sehr vorsichtig geworden, es herrscht kaum noch Optimismus. Die asiatischen Aktienmärkte stehen entsprechend unter Druck, was sich auch negativ auf die Metallpreise auswirkt. Die Verluste der Metalle in Shanghai sind dabei größer als die ihrer Pendants in London. Kupfer handelt nur noch leicht über 6.100 USD je Tonne. Zusätzlich belastend wirken heute Morgen schwächere Daten zur Neukreditvergabe in China.
Als erster der Branchenverbände hat gestern die International Nickel Study Group (INSG) aktualisierte Schätzungen zum Nickelmarkt veröffentlicht. Demnach soll sich das Angebotsdefizit in diesem Jahr auf 84 Tsd. Tonnen belaufen (nach einem nach oben revidierten Defizit von 146 Tsd. Tonnen im letzten Jahr). Das Defizit soll damit aber deutlich höher ausfallen als noch auf der Herbsttagung erwartet. Denn die INSG hat ihre Nachfrageprognose für 2019 kräftig angehoben (auf +5,8%). Da das Angebot aber stärker ausgeweitet werden soll (+9,2%), geht das Defizit entsprechend zurück. In Anbetracht des Handelsstreits waren die INSG-Daten gestern nicht viel mehr als eine Randnotiz.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper-Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper-Future Faktor: -8

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