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Aktien Frankfurt: Dax wieder fester im Griff des Zollstreits

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Hin und Her zum Stand der Zollgespräche hat die Börsen voll im Griff. Das gilt auch für den deutschen Aktienmarkt, der am Donnerstag angesichts mal pessimistischerer Nachrichten, dann mal wieder optimistischerer Nachrichten schwankte. Der Dax kämpfte mit der Marke von 13 100 Punkten, die unter Charttechnikern als wesentlich gilt für die weitere Richtung.

Bis zum Nachmittag gab der Dax um 0,12 Prozent auf 13 141,66 Punkte nach und erholte sich damit fast vollständig von seinen morgendlichen Verlusten. Vor zwei Tagen allerdings war er noch von wachsenden Hoffnungen auf eine baldige Einigung zwischen den USA und China antrieben worden und in Richtung Rekordhoch geklettert. Das hatte der deutsche Leitindex im Januar 2018 bei knapp unter 13 600 Punkten erreicht.

"Die relative Dax-Stärke ist beachtlich angesichts des Zollkonflikts und auch der Bedenken über die wirtschaftliche Entwicklung in Europa", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow. Da von Euphorie keine Rede sein könne, sieht er für den Leitindex daher "Anlass zur Hoffnung" für weitere Gewinne.

Der MDax verlor am Donnerstagnachmittag 0,74 Prozent auf 27 013,88 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,08 Prozent.

Die Stimmung der Anleger wechselt angesichts immer neuer Meldungen zum Handelsstreit ständig. Zuletzt widersprach China einem Medienbericht vom Mittwochabend. In diesen hatte es geheißen, dass das in Aussicht gestellte erste Teilabkommen im Zollkonflikt womöglich nicht mehr in diesem Jahr getroffen wird. China sprach nun von Ungenauigkeiten. Das "Wall Street Journal" schrieb zudem aus Kreisen, dass China die US-Unterhändler zu weiteren Gesprächen eingeladen habe.

Unternehmensseitig standen am deutschen Aktienmarkt vor allem Werte aus der zweiten und dritten Börsenreihe im Blick. So brachen die Anteile von Thyssenkrupp am MDax -Ende um 12 Prozent ein. Das Management strich nach einem weiteren Verlustjahr die Dividende für 2018/19.

Eine Abstufung und eine weitere negative Analystenstudie setzten den Aktien von Aurubis zu, die als zweitschwächster Wert etwas mehr als 4 Prozent einbüßten. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hatte ihre Kaufempfehlung für die Papiere der Kupferhütte gestrichen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bekräftigte nach einer Investorenveranstaltung dann auch noch ihr Verkaufsurteil für die Edelmetall- und Bergbaubranche.

Von Goldman Sachs dagegen zum Kauf empfohlen, gewannen die Papiere des Autozulieferers Hella im MDax 1,3 Prozent. Die Analysten sehen erhebliches Wachstumspotenzial und hoben zudem den für Dividenden interessanten Barmittelfluss des Scheinwerferherstellers positiv hervor.

Favorit im SDax gewannen die Titel von Heideldruck mit plus 3,5 Prozent. Der Druckmaschinenhersteller verkaufte im Zuge seiner Rückbesinnung aufs Kerngeschäft den Bereich Hi-Tech Coatings für Lacke in der Verpackungs-, Etiketten- und Druckindustrie. Zudem wurde eine strategische Partnerschaft mit dem Käufer, der Innovative Chemical Products Group, bekannt gegeben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,38 Prozent am Vortag auf minus 0,34 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 144,51 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,25 Prozent auf 170,75 Punkte.

Der Euro erholte sich leicht auf 1,1088 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1059 Dollar festgesetzt.