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Aktien New York: Geldpolitik und neue Hoffnung im Handelsstreit stützen

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Wall Street hat nach dem jüngsten Rückschlag am Mittwoch etwas Boden gut gemacht. Neben Hinweisen auf eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik sorgten wieder positivere Töne im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit für Erleichterung. Ein Vermögensverwalter wertete einen Bericht positiv, dem zufolge China trotz der aktuellen Spannungen weiter offen für ein teilweises Handelsabkommen mit den USA ist.

Zuletzt legte der US-Leitindex Dow Jones um 0,81 Prozent auf 26 374,87 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,00 Prozent auf 2921,87 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 erholte sich um 1,22 Prozent auf 7697,07 Zähler.

Nach einem verhaltenen Wochenbeginn hatten neue Spannungen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften die Aktienmärkte am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Die USA hatten wegen der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren 28 chinesische Regierungs- und Handelsorganisationen auf eine schwarze Liste gesetzt, was Peking scharf kritisierte. Dennoch könnte Chinas Führung einem partiellen Abkommen zustimmen, um so den Schaden für die chinesische Volkswirtschaft einzugrenzen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie berief sich auf eine namentlich nicht genannte Quelle, die mit den Handelsgesprächen vertraut sei.

Derweil signalisierte Fed-Präsident Jerome Powell eine weitere Zinssenkung noch in diesem Jahr. Zudem will er mit dem Kauf von Wertpapieren gegen die Spannungen auf dem US-Geldmarkt vorgehen. Man werde schon bald Maßnahmen zur Aufstockung des Angebots an Liquidität auf den Weg bringen, so Powell am Dienstag auf einer Wirtschaftskonferenz in Denver.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es zur Wochenmitte kaum. Die Aktien von Dow-Schlusslicht Johnson & Johnson sackten nach US-Medienberichten über milliardenschwere Strafzahlungen um über zwei Prozent ab. Es hieß übereinstimmend, der Pharma- und Konsumgüterkonzern müsse einem Kläger acht Milliarden US-Dollar Schadensersatz wegen eines Medikaments zahlen, das Männern angeblich die Brust wachsen lässt. Johnson & Johnson bezeichnete das Urteil als "in grober Weise unangemessen" und kündigte an, es anzufechten.

Die kaum bewegten Boeing -Papiere zählten zu den schwächsten Werten im US-Leitindex. Die negativen Nachrichten bei dem Flugzeugbauer reißen nicht ab: Am Vortag hatte er wegen der Flugverbote für die Baureihe 737 Max einen heftigen Rückgang der Flugzeugauslieferungen berichtet, und nun machte die Notlandung einer Maschine wegen Triebwerksproblemen Schlagzeilen. Zudem rechnet die US-Fluggesellschaft American Airlines in diesem Jahr nicht mehr mit einer Wiederinbetriebnahme der 737 Max.

Dagegen konnten sich die am Vortag gebeutelten Titel von Technologie- und Halbleiterunternehmen deutlich erholen: Im Dow gewannen Intel und Cisco über anderthalb beziehungsweise mehr als ein Prozent. im Nasdaq 100 ging es unter anderem für Qualcomm , Nvidia und Texas Instruments klar bergauf. Am Dienstag hatte die Branche sichtbar unter den neuen amerikanisch-chinesischen Spannungen gelitten.