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Industrie: Vermögensteuer würde Wirtschaftsstandort belasten

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie lehnt Pläne aus der SPD zu einer Vermögensteuer ab und warnt vor Jobverlusten. BDI-Präsident Dieter Kempf sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt keine überzeugenden Gründe, wieder eine Vermögensteuer einzuführen. Eine Vermögensteuer ist kein Mittel zur Lösung von Verteilungsfragen, sondern würde Investitionen und Arbeitsplätze gefährden. Es ist ermüdend und nicht zielführend, diese in allen Details bereits geführte Debatte wieder und wieder zu führen."

Der Aufwand einer solchen Steuer sei immens hoch, die möglichen Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland wären enorm, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). "Der Staat verfügt bereits über Rekordeinnahmen, die er anders einsetzen muss. Jetzt über Steuererhöhungen zu reden, ist völlig daneben."

Der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat ein Konzept für eine Vermögensteuer erarbeitet, die dem Staat jährlich zehn Milliarden Euro einbringen soll. "Nach unseren Vorstellungen sollen diejenigen, die gerade in den vergangenen Jahren überproportional von der wirtschaftlichen Lage, selbst in der Finanzmarktkrise 2008/2009, profitiert haben, einen größeren Beitrag für die nötigen Investitionen leisten, also für die Infrastruktur, fürs Wohnen und für den Klimaschutz", sagte er der "Rheinischen Post".

Kempf sagte, die Bundesregierung gebe das Steuergeld falsch aus. "Anstatt die Wiedereinführung einer der ineffizientesten Steuern überhaupt zu fordern, muss Deutschland endlich strukturelle Steuerreformen angehen. Unsere Unternehmen stehen in einem immer schärferen internationalen Steuerwettbewerb."/hoe/DP/jha