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Handelskonflikte bremsen - Geht deutscher Wirtschaft die Puste aus?

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft spürt zunehmend Gegenwind. Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Europas größter Volkswirtschaft im zweiten Quartal gegenüber dem Jahresanfang nicht mehr gewachsen oder sogar geschrumpft ist. Belastet wird die exportorientierte deutsche Konjunktur vor allem von internationalen Handelskonflikten, die die Kunden verunsichern. Wie sich die deutsche Wirtschaft von April bis Ende Juni entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt am Mittwoch (08.00 Uhr) anhand erster Daten bekannt.

Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank war die konjunkturelle Grundtendenz zuletzt insgesamt schwach. "Ausschlaggebend dafür war, dass sich der Abschwung in der überwiegend exportorientierten Industrie weiter fortsetzte", hieß es im jüngsten Monatsbericht der Notenbank. Eine Erholung des Exportgeschäfts und der Industrie seien noch nicht erkennbar.

Die Abkühlung der Weltwirtschaft, die Unsicherheiten wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie die Unwägbarkeiten des Brexits belasten die deutsche Industrie. Darunter leidet besonders die exportstarke Autobranche. Hinzu kommt der Strukturwandel in der Autoindustrie durch die Elektromobilität.

In den ersten drei Monaten des Jahres war das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal noch um 0,4 Prozent gestiegen. Vor allem die Kauflust der Verbraucher und der Bauboom hielten die deutsche Wirtschaft am Laufen.

Dabei halfen auch Sondereffekte: Der Bau profitierte vom vergleichsweise milden Winter. Für Impulse sorgten zudem Pkw-Käufe, die wegen Problemen der Hersteller bei der Umstellung auf neue Abgastests (WLTP) aufgeschoben worden waren. Diese Effekte dürften im zweiten Vierteljahr entfallen sein.

Für das Gesamtjahr rechnete die Bundesregierung zuletzt mit einem Plus von 0,5 Prozent. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt insgesamt noch um 1,4 Prozent gestiegen.