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Deutsche Anleihen: Erneut deutliche Kursverluste

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag erneut deutlich gefallen. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future sank um 0,39 Prozent auf 171,82 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,228 Prozent.

Robuste Konjunkturdaten aus den USA stützten den Dollar etwas, nachdem er zunächst noch unter Druck geraten war. So waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend deutlich gefallen. Zudem ist die Kerninflationsrate, die stärker schwankende Güter wie Energie und Lebensmittel ausklammert, im Juni mit 2,1 Prozent höher als erwartet ausgefallen. Beide Daten vermindern etwas den Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen rasch zu senken.

Am Mittwoch hatte US-Notenbankpräsident Jerome Powell Signale für eine baldige Zinssenkung in den USA bestätigt. An den Finanzmärkten gilt es jetzt als sicher, dass die Fed Ende Juli die Zinsen senken wird. Offen ist jedoch noch wie schnell sie ihre Zinsen danach weiter reduzieren wird.

Etwas belastet wurden die Anleihen durch eine stärker als erwartet ausgefallene Inflationsrate für Deutschland. Der für europäische Zwecke erhobene Verbraucherpreisindex HVPI war im Juni um 1,5 Prozent und damit stärker als zunächst ermittelt gestiegen. Die EZB strebt für den gesamten Währungsraum eine Rate von knapp zwei Prozent an.

Gegen den Markttrend in der Eurozone fielen die Renditen von italienischen Staatsanleihen. Eine robust verlaufene Auktionen stützte hier die Nachfrage. Der italienische Anleihemarkt profitiert weiterhin von der Einigung im Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission. Zudem stützt die Aussicht auf eine weitere geldpolitische Lockerung durch die Europäische Zentralbank (EZB).