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Aktien New York: Dow legt zu - Warten auf Gesprächsausgang in Peking

NEW YORK (dpa-AFX) - An der New Yorker Wall Street hat der Dow Jones Industrial am Donnerstag moderat zugelegt. Rund zwei Stunden vor dem Handelsschluss lag das US-Börsenbarometer mit 0,22 Prozent im Plus bei 25 680,73 Punkten. Marktbeobachter machten darauf aufmerksam, dass sich der Dow in seiner Suche nach einer eindeutigen Richtung nach wie vor in einer engen Handelsspanne bewegt.

"Zuletzt ist die Schwankungsbreite beim Dow spürbar gesunken", sagte etwa Franz-Georg Wenner von Index-Radar. Der Index sei momentan wie gefangen. "Ein Ausbruch aus der Handelsspanne bleibt aber nur eine Frage der Zeit." Auch laut Chefanalyst James Hughes vom Broker Axitrader geht die Suche nach neuen Kurstreibern weiter. Wo diese jedoch derzeit herkommen sollen, sei schwer vorherzusagen.

In Sachen Brexit und im Zollstreit zwischen den USA und China gibt es weiterhin keine Lösungen. Im neuer Spannung wird daher auf das Ergebnis der in Peking an diesem Tag geführten Handelsgespräche gewartet. Ersten Gerüchten zufolge solle China hinsichtlich des forcierten Technologietransfers "beispiellose Zugeständnisse" an die USA gemacht haben, sagte Marktanalyst David Madden von CMC Markets UK. Das habe der allgemeinen Börsenstimmung zeitweise etwas Auftrieb verliehen.

Der marktbreite S&P 500 rückte zuletzt um 0,21 Prozent auf 2811,27 Punkte vor. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,10 Prozent auf 7315,60 Zähler. Aktuelle US-Wirtschaftsdaten dagegen, wie etwa die dritte Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal oder aber die nicht abgeschlossenen Hausverkäufe im Februar, fanden kaum Beachtung. Beide Kenngrößen fielen schwächer als erwartet aus, während die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe etwas stärker als erwartet gesunken war.

Unternehmensseitig richteten sich die Blicke im Dow unter anderem auf Boeing . Zuletzt legten die Papiere des Flugzeugbauers um 0,2 Prozent zu. Im Streit um illegale Subventionen für Boeing waren die USA vor der Welthandelsorganisation (WTO) in letzter Instanz unterlegen. Die US-Regierung habe nicht alle schon 2011 und 2012 als illegal eingestuften Begünstigungen für den Konzern wie verlangt zurückgenommen, urteilte das WTO-Berufungsgremium am Donnerstag. Dem europäischen Boeing-Rivalen Airbus seien dadurch "bedeutende Verkäufe entgangen". Die Höhe des Schadens habe man aber nicht feststellen können. Das Urteil macht den Weg für Vergeltungsmaßnahmen seitens der EU frei.

Sehr schwach zeigten sich die beiden Aktien von T-Mobile US und Sprint mit minus 3,6 Prozent beziehungsweise minus 5,3 Prozent. Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, stellte mit Blick auf die geplante Fusion mit dem US-Wettbewerbers Sprint eine Entscheidung im zweiten Quartal in Aussicht. Derzeit scheint Sorge zu herrschen, dass der Zusammenschluss von den Wettbewerbsbehörden abgelehnt werden könnte. Allerdings zeigten sich Aktien aus dem Telekom-Sektor auch ganz allgemein schwach an diesem Tag. Verizon etwa waren mit Dow Schlusslicht mit minus 3 Prozent, Vodafone gaben an der Nasdaq um etwas mehr als 2 Prozent nach.

An der Nyse brachen zudem die Anteile des Bremsenherstellers Wabco um knapp 10 Prozent ein. Nach Einschätzung des Analysehauses RBC enttäuscht der vom Autozulieferer ZF Friedrichshafen gebotene Preis. Die Investoren dürften mehr erwartet haben, hieß es. Gespräche zwischen den beiden Konzernen waren bereits Ende Februar publik geworden. Seither hatte die Aktie in der Spitze insgesamt ein Fünftel an Wert hinzugewonnen.